Historische GebäudeVerein kürt den „Abriss des Jahres“

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Einst schön, aber jetzt weg: Das Lechnerhaus in Prien am Chiemsee stand seit 2006 leer. Nun kam der Abrissbagger.
Einst schön, aber jetzt weg: Das Lechnerhaus in Prien am Chiemsee stand seit 2006 leer. Nun kam der Abrissbagger. Anton Hötzelsperger/Bayerischer Landesverein für Heimatpflege

Mit dem Negativpreis zeichnet der Landesverein für Heimatpflege Häuser aus, deren Abriss besonders bedauerlich ist. Heuer auf Platz 1: eine Unternehmervilla am Chiemsee. Nicht das einzige geschichtsträchtige Haus, das nun verloren ist.

Ein historisches Wohnhaus und ein Traditionswirtshaus in Oberbayern sowie ein 400 Jahre altes Fachwerkgebäude in Mittelfranken sind zu „Abrissen des Jahres“ 2025 gekürt worden.Für den Negativpreis sammelt der bayerische Landesverein für Heimatpflege besonders bedauerliche Abrisse von historischen Gebäuden, die das Ortsbild prägen. Anschließend können Interessierte dann über die Platzierung abstimmen.

Die Aktion versteht sich als Appell für mehr Wertschätzung, Erhalt und Weiterentwicklung bestehender Bausubstanz, so der Verein.„Historische Gebäude weichen zunehmend der maximalen Grundstücksverwertung“, kritisierte Vereinsgeschäftsführer Rudolf Neumaier bei der Bekanntgabe.

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Auf den ersten Platz kam das Lechnerhaus im oberbayerischen Prien am Chiemsee (Landkreis Rosenheim). Das Gebäude sei Ende des 19. Jahrhunderts für eine Unternehmerfamilie errichtet worden und habe die örtliche Industriekultur symbolisiert, begründete der Verein. Nach wechselnder Nutzung sei es seit 2006 leer gestanden und verfallen.

Auf Platz zwei landete das traditionsreiche Gasthaus „Alter Wirt“ in Aising (Landkreis Rosenheim). Der Gasthof mit Wurzeln im frühen 19. Jahrhundert sei Treffpunkt für Vereine, Feste und das gesellschaftliche Leben gewesen, heißt es in der Begründung. 2025 sei es aber nach zehn Jahren Leerstand abgerissen worden, um dort unter anderem einen Veranstaltungssaal mit Biergarten sowie Wohnungen zu errichten.

Dieses mehr als 400 Jahre alte Fachwerkhaus in Winkelhaid ist vergangenes Jahr abgerissen worden.
Dieses mehr als 400 Jahre alte Fachwerkhaus in Winkelhaid ist vergangenes Jahr abgerissen worden. Robert Giersch/Bayerischer Landendesverein für Heimatpflege

Das drittplatzierte Gebäude ist ein rund 400 Jahre altes Fachwerkhaus in Winkelhaid im Nürnberger Land. Das Wohnstallhaus aus der Zeit um 1600 sei ein seltenes noch erhaltenes Zeugnis fränkischer Baukultur gewesen, so der Landesverein. Wegen einer offenbar mutwilligen Zerstörung im Inneren habe es aber seine Denkmaleigenschaft verloren und sei zum Abriss freigegeben worden. Nach Veräußerung an einen Bauträger seien hier nun moderne Wohnhäuser errichtet worden.

Auf den weiteren Platzierungen finden sich der Mitteilung zufolge auch Wohnhäuser in Würzburg und Bayreuth, ein evangelisches Vereinshaus in Weiden, ein Fischerhäusl in Neumarkt-Sankt Veit, ein Bauernhaus in Ellingen, zwei Gasthöfe in Augsburg-Göggingen („Zum Ochsen“) und Grabenstätt („Alte Post“) sowie ein Kasernengebäude in Augsburg.

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