Abiturprüfungen Drittbester Notenschnitt seit erstem G-8-Abitur

Bayerische Schüler hatten die Abiturprüfung im Fach Mathematik als zu schwer kritisiert. Trotzdem schnitten die Abiturienten nun gut ab.

(Foto: dpa)
  • Bayerns Abiturienten haben mit einem Notenschnitt von 2,29 den drittbesten Notenschnitt seit Einführung des G 8 erreicht.
  • Die Abituraufgaben im Fach Mathematik waren zuvor von vielen Schülern als zu schwer kritisiert worden.
  • Einige Bundesländer passten daraufhin die Bewertungskriterien an, Bayern machte keine Zugeständnisse.
Von Anna Günther

Mit einem Schnitt von 2,29 haben bayerische Abiturienten das drittbeste Ergebnis seit dem ersten G-8-Abitur 2011 erreicht. Damit steht wenige Wochen nach dem Mathe-Abitur und dem massiven Protest vieler Schüler gegen vermeintlich zu schwierige Aufgaben fest: Das Mathe-Abitur wirkte sich kaum aus. Zwar fiel die Prüfung mit einer Durchschnittsnote von 3,26 etwas schlechter aus als in den vergangenen Jahren, dafür schafften die 37 000 Abiturienten in Deutsch mit 3,03 einen besseren Schnitt als zuletzt.

Diese Noten bestätigen die erste Einschätzung vieler Lehrer und des Ministeriums. Ob sich das Mathe-Abitur auf die Zahl der Durchfaller auswirkt, ist unklar. Im Ministerium wartet man noch auf Ergebnisse aus zehn der 430 Gymnasien. Die Zahl der guten Schüler bleibt konstant: 13,7 Prozent bekommen ein Abitur von 1,5 oder besser. Im Vorjahr waren es 13,8 Prozent. 2,24 Prozent der Mädchen und Buben schaffen 2019 die Note 1,0. Fast ein Drittel aller Abiturienten hat eine Eins vor dem Komma. Diese seit Jahren anhaltende Tendenz wirft regelmäßig die Frage nach der Qualität des Abiturs auf.

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Schulminister Michael Piazolo (Freie Wähler) sieht sich bestätigt: "Es war richtig, die Ergebnisse in Ruhe zu analysieren und nicht in das laufende Verfahren einzugreifen." Der Gesamtschnitt bestätige das Urteil vieler Lehrer, wonach das Mathe-Abi "anspruchsvoll, aber machbar" gewesen sei. Trotzdem werde untersucht, welche Aufgaben Schwierigkeiten bereitet haben, heißt es aus dem Ministerium. Die Erkenntnisse sollen ins Abitur 2020 einfließen.

Ministerium war von den Protesten überrascht worden

Das Ministerium war vom Schülerprotest per Petition, der nach Bayern auch in einigen anderen Bundesländern aufkam, überrascht worden. In zahlreichen Korrekturschleifen sei zuvor keine Kritik aufgekommen. Philologenchef Michael Schwägerl sieht grundsätzlichen Nachbesserungsbedarf: "Mathematik darf nicht hinter einem Schleier verborgen werden, den man nicht durchblicken kann", sagte er. Ziel der Textaufgaben ist, Mathe alltagsnah erscheinen zu lassen. "Wie weit darf man da gehen?", fragt Schwägerl. Die Initiatoren der Petition hatten auch die Textlastigkeit kritisiert, fast 76 000 Menschen unterzeichneten.

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