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Autobahn-Ausbau:A 8 wird zwischen Chiemsee und Grenze sechsspurig

Pfingstreiseverkehr

Pfingstreiseverkehr in Bayern: Am ersten Pfingstferien-Wochenende stauen sich Autos auf der Autobahn A8 Richtung Inntaldreieck.

(Foto: dpa)
  • Der Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestags hat entschieden: Die A 8 soll auch im östlichsten Abschnitt sechsspurig werden.
  • Er hat sich damit über die Bedenken des Bundesrechnungshofes hinweggesetzt.
  • Die Grünen kritisieren den Flächenverbrauch im sensiblen Alpenvorland durch die faktische Verdoppelung in der Breite von vier auf acht Spuren.

Jetzt während der Pfingstferien würden sich auch für den Bundesrechnungshof genug Autos auf der A 8 von München Richtung Salzburg oder zurück quälen. Zu Ferienbeginn stockte der Verkehr auf 40 Kilometern. Solche sehr verkehrsreichen Tage gibt es aus Sicht des Rechnungshofs aber zu wenig, als dass sich damit der durchgängige Ausbau der A 8 vom Inntaldreieck bis zur Grenze auf sechs Spuren plus Standstreifen rechtfertigen ließe.

Der Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestags, der das Thema zuvor mehrmals vertagt hatte, hat sich über diese Bedenken nun hinweggesetzt. Die A 8 soll auch im östlichsten Abschnitt sechsspurig werden.

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Denn vom Chiemsee an ist die älteste Autobahn in Bayern im Kern noch auf dem Stand der Dreißigerjahre: Neben den zwei Spuren pro Richtung gibt es allenfalls sporadisch Haltebuchten. Pläne für einen Ausbau gibt es schon lange, die Autobahndirektion Südbayern plant und baut von München ostwärts.

Statt der vorgesehenen sechs Spuren plus Standstreifen hätte der Rechnungshof vom Chiemsee an aber eine vierspurige Trasse mit zwei neuen, bei Bedarf für den Verkehr freischaltbaren Standstreifen für ausreichend erachtet und die Ersparnis gegenüber der großen Variante mit rund 110 Millionen Euro angegeben. Unter anderem die Grünen haben diese Kritik aufgenommen und geißeln den Flächenverbrauch im sensiblen Alpenvorland durch die faktische Verdoppelung in der Breite von vier auf acht Spuren.

Die Staatsregierung, mehrere Landräte und Abgeordnete aus der Region halten den Ausbau jedoch für längst überfällig und sehen sich nun bestätigt. Im Rechnungsprüfungsausschuss haben sich die zuvor zögernden SPD-Abgeordneten der Union angeschlossen. Die Autobahndirektion will ihre Planungen fortführen.