Süddeutsche Zeitung

Unglück auf der A 96:Junge Mutter starb auf der Autobahn durch einen fatalen Fehlgriff

Lesezeit: 1 min

Von Kassian Stroh, Windach

Sie fiel bei voller Fahrt auf der Autobahn aus ihrem Campingbus - und nun ist klar: Der Tod einer jungen Mutter vergangene Woche auf der A 96 war ein Unfall, infolge eines fatalen Fehlgriffs der 28-Jährigen. Sie hatte die Schiebetüre selbst geöffnet. Davon geht die Polizei inzwischen aus.

Wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilte, war die Frau während der Fahrt vom Beifahrersitz aus nach hinten gegangen, um sich um ihren gut sechs Monate alten Sohn zu kümmern, der dort in einer Babyschale lag; am Steuer saß ihr 55-jähriger Mann. Als sie über die Mittelkonsole wieder zurück nach vorne klettern wollte, kam sie offenkundig ins Straucheln, wie der Sprecher sagte; die Familie kam gerade aus dem Urlaub, am Boden standen Gepäck und diverse Gegenstände herum.

Dann sei sie nach rechts gefallen und habe sich offenbar am Griff der Schiebetüre festhalten wollen. Der Schwung ihrer Bewegung habe ausgereicht, dass sich diese öffnete und die Frau nach draußen auf den Seitenstreifen fiel. Dort starb sie an ihren schweren Kopfverletzungen.

Die Kindersicherung war nicht aktiviert

Dieser Ablauf ergebe sich aus den Aussagen des Ehemannes und der Obduktion der Leiche, sagte der Sprecher. Deshalb gehe man klar von einem Unglücksfall aus, auch wenn der beauftragte Unfallgutachter seinen abschließenden Bericht noch nicht vorgelegt habe. Einen Suizid oder gar ein Verbrechen schließe man aus. Der Unfall ereignete sich am Mittwoch der vergangenen Woche auf der Autobahn A 96 in Richtung Lindau, kurz vor der Anschlussstelle Schöffelding westlich des Ammersees.

Die dreiköpfige Familie aus dem Landkreis Landsberg am Lech war in einem campingtauglichen Van vom Typ Mercedes Vito unterwegs. Nach Angaben des Herstellers lässt sich dessen Schiebetür, wenn sie wie in diesem Fall eine mechanische ist, auch während der Fahrt öffnen; sie wird nicht automatisch verriegelt. Sperren ließe sie sich, indem man die Kindersicherung aktiviert; das war sie im Fall der Familie aber nicht, wie der Polizeisprecher sagte. Einen technischen Defekt an der Tür schließe der Gutachter aus. Wie schnell das Auto unterwegs war, werde noch ermittelt.

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Quelle:
SZ vom 05.10.2019
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