Serie 9x9:Natur und Kultur: Vilshofen und Kloster Schweiklberg

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Serie 9x9: Das Kloster Schweiklberg über der Stadt Vilshofen an der Donau.

Das Kloster Schweiklberg über der Stadt Vilshofen an der Donau.

(Foto: Maximilian Schemsch/Tourismusverband Ostbayern)

Durch das Neun-Euro-Ticket ergeben sich viele Möglichkeiten, in ganz Bayern Orte fernab vom Rummel zu erkunden. Die Bayernredaktion hat einen Überblick für Wanderfans und Kulturbegeisterte zusammengestellt. Letzter Teil: Natur und Kultur in Vilshofen und dem Kloster Schweiklberg.

Von Jasinta Then

Kultur und Natur, Geschichte und Geschichten - ideal vereint in nur einem Ausflugsziel? Das bietet die Stadt Vilshofen an der Donau in Niederbayern. Von Regensburg aus ist man mit dem Regionalzug in gut eindreiviertel Stunden dort. Vom Münchner Hauptbahnhof dauert es zwei Stunden, von Passau 15 Minuten.

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde Vilshofen im Jahr 776 nach Christus. Gelegen an der Einmündung von Vils und Wolfach in die Donau, wird sie auch die "kleine Drei-Flüsse-Stadt" genannt und zählt heute rund 16 000 Einwohner. Ihre Altstadt mit der langgezogenen Marktstraße ist im "Inn-Salzach-Stil" gebaut. Charakteristisch für diese Bauweise ist die nach oben gezogene Häuserfront, hinter der sich meistens Grabendächer verstecken. Diese Scheinfassaden bilden ein geschlossenes Ensemble mit geradezu süditalienischer Anmutung. Typisch ist diese Bauweise vor allem für die Gegend zwischen Innsbruck, Passau und Hallein, ist aber auch in Südtirol, Ober- und Niederösterreich anzutreffen.

Daneben wartet Vilshofen mit einer lebendigen Kulturszene auf. Beispielsweise zeigen die "Stadtgalerie" im Stadtturm und die "Kunstgalerie" im Rathaus immer wieder regionale Kunst. Was unbedingt zum Pflichtprogramm jedes kunst- und kulturinteressierten Ausflüglers gehören sollte, ist ein Besuch der 1905 gegründeten Benediktinerabtei Schweiklberg. Im Kloster befindet sich das Schwarzafrika-Museum, das mit seinen rund 800 Ausstellungsstücken traditioneller afrikanischer Kunst und Völkerkunde als das größte seiner Art im süddeutschen Raum gelten darf. Die Exponate stammen von Missionaren, aus Spenden und Privatsammlungen.

Das Kloster Schweiklberg liegt über der Stadt Vilshofen auf dem gleichnamigen Berg, zu Fuß braucht man vom Bahnhof aus etwa eine halbe Stunde dorthin. Der Weg führt durch den Bürgerpark Bleiche und den Ginkgo-Park und weiter über die Vils bis zum Klostergelände. Im Ginkgo-Park sind im Übrigen alle "Bäume des Jahres" angepflanzt, welche die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald seit 1989 dazu erkoren hat.

Zur Abtei Schweiklberg gehören neben dem Kloster die Dreifaltigkeitskirche, eine Schule, ein Bergfried und das bereits erwähnte Afrikamuseum. Im Klosterladen verkaufen die Mönche Produkte aus eigener Herstellung wie Bienenwachskerzen oder den Schweiklberger Geist, ein Heilkräuter-Destillat. Direkt daneben lädt die Cafeteria mit Terrasse zu Kaffee und Kuchen ein. Führungen in der Klosteranlage können über die Touristeninformation Vilshofen vereinbart werden.

Und wer jetzt immer noch nach einem Anlass sucht, die "kleine Drei-Flüsse-Stadt" zu besuchen: Vom 26. bis zum 31. August findet in Vilshofen das alljährliche Volksfest statt. Und auch ein Abstieg vom Stadtplatz in die kühlen "Bier-Unterwelten" mit seinem beeindruckenden Gewölbekeller könnte an einem heißen Sommertag genau die richtige Alternative sein.

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