50 Jahre Seegfrörne:Mit dem Käfer über den Bodensee

Auf einmal war es möglich, mit dem Auto zum anderen Ufer zu fahren: Vor genau 50 Jahren fror der drittgrößte See Mitteleuropas komplett zu und wurde zur Eiswüste. "Seegfrörne" - so nennen sie das am Bodensee. Bilder eines Jahrhundertspektakels.

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Quelle: Helmut Zilcher

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Auf einmal war es möglich, mit dem Auto zum anderen Ufer zu fahren: Vor genau 50 Jahren fror der drittgrößte See Mitteleuropas komplett zu und wurde zur Eiswüste. "Seegfrörne" - so nennen sie das am Bodensee. Bilder eines Jahrhundertspektakels.

1963 war ein eisiges Jahr. Damals froren in ganz Deutschland die Flüsse zu - auch der Rhein. Auf der Nordsee wurde der Schiffsverkehr eingestellt, die Inseln mussten mit Hubschraubern versorgt werden. Im Vatikan wurden Schneeballschlachten ausgetragen und der Bodensee verwandelte sich eine Eiswüste.

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Quelle: Helmut Zilcher

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"Er läuft und läuft und läuft." - Selbst auf dem zugefrorenen Bodensee tat der VW Käfer von Helmut Zilcher das, was ihm nachgesagt wurde. Doch der Münchner erinnert sich auch an die "unheimlichen Laute", die das Eis von sich gegeben hat. Während einer Pause am Ufer vor Langenargen machte er ein Foto von dem kleinen Flitzer und seiner damaligen Frau.

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Quelle: oh

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Aber auch Gemeinderatssitzungen und Polizeiübungen, Fastnachtsumzüge und Flugzeugstarts sollen damals auf der wahrscheinlich größten Eisfläche Mitteleuropas stattgefunden haben. "Seegfrörne", so nennen sie am Bodensee das seltene Naturphänomen, wenn der gesamte See zufriert. Quellen sprechen seit Beginn der Aufzeichnungen im 9. Jahrhundert von 33 Seegfrörnen.

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Quelle: Helmut Zilcher

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"Damit der Bodensee zufrieren kann, muss schon alles zusammenpassen", sagt Werner Dobras, ehemaliger Lindauer Stadtarchivar und Kreisheimatpfleger. "Es braucht einen sehr kalten Sommer, anhaltende Ostwinde, kalte Wetterlagen im Herbst und Winter. Und wenig Wasser." Entsprechend selten ist das Phänomen.

Seegfrörne 1963

Quelle: dpa

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Am 12. Februar 1963 wurden Tausende Schaulustige aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Zeuge der wohl ungewöhnlichsten Prozession, die es in Süddeutschland gibt: Gläubige Katholiken überqueren den Bodensee zu Fuß und holen vom anderen Ufer eine gotische Büste des heiligen Evangelisten Johannes ab. Die wechselt das Ufer bei jeder Seegfrörne erneut.

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Quelle: Helmut Zilcher

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Auf den Schutz von ganz oben müssen wohl auch diese beiden Nonnen gehofft haben. Sie nahmen den Weg von Meersburg nach Konstanz zu Fuß auf sich - immerhin fast fünf Kilometer.

© Süddeutsche.de/Stefan Mayr, Axel Hechelmann/afis
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