
Literatur:Einer wie Elton rächt sich an einem wie Stefan Raab
„El Hotzo“ Sebastian Hotz beschreibt in seinem neuen Roman „Sidekick“ den Zynismus der Medienbranche.
(freie Mitarbeit)

„El Hotzo“ Sebastian Hotz beschreibt in seinem neuen Roman „Sidekick“ den Zynismus der Medienbranche.

FDP-Spitzenbewerber Wolfgang Kubicki erklärt im „Spiegel“ erfreulich offen, dass die Verweildauer im Fernsehen derzeit das Nonplusultra ist. Man hat sich in der Tat mit Politikern in diesen Tagen schon mal mehr gelangweilt.

Kein Kaffee, keine Weihnachtsfeier und nun auch keine Gewinnbeteiligung mehr: Wie offen die Belegschaft ihre Wut darüber zum Ausdruck bringt, zeigt, wie angespannt die Lage beim Privatsender ist.

Der Bestseller „Links-Deutsch/Deutsch-Links“ wurde vom rechten Krawallmedium „Nius“ herausgegeben und kommt als Wörterbuch für die Dekonstruktion des politischen Gegners daher. Was Gloria von Thurn und Taxis, Julian Reichelt oder Wolfgang Kubicki dort schreiben.

Der Serienhit „Malcolm mittendrin“ ist nach 20 Jahren wieder da. Aber auch wenn Frankie Muniz, Bryan Cranston und andere in den neuen Folgen zurückkehren, ist das Revival vor allem: überflüssig.


Mitwirkende an ZDF-Sendungen müssen sich teilweise verpflichten, nicht mit Personen zusammenzuarbeiten, die auf einer Sanktions- oder Terrorliste stehen. Kritiker werfen dem Sender vor, sich damit zum Handlanger der USA zu machen.

Lisa Kudrow versucht in „The Comeback“, an alte Zeiten anzuknüpfen, Riz Ahmed bewirbt sich in „Bait“ als James Bond, und Nicole Kidman gibt in „Scarpetta“ die kühle Forensikerin: die Empfehlungen des Monats.

In der „Welt“ schreibt der neue Chefredakteur Helge Fuhst seinen ersten Kommentar. Und zwar so, dass es knallt. Bringt der coole Fernsehmann jetzt etwa den „Tagesthemen“-Sound in Springers „Premium-Gruppe“?

Wenn man eh schon nicht authentisch ist, überlebt man auch in einer KI-generierten Sitcom, oder? Lisa Kudrow glänzt in der dritten Staffel von „The Comeback“ wieder als sehr verspannte Schauspielerin in einer Medienwelt voller Zumutungen.

Medienmacher Gabor Steingart erklärt Podcastwerbung von Journalisten zur „Prostitution“ und verkündet zehn Gebote des „ästhetischen Journalismus“. Die entscheidenden Fragen lässt er offen.

Tatwaffe KI: Der Chatbot Grok liefert auf Elon Musks Plattform X drastische Beleidigungen. Kann man dagegen klagen? Und wenn ja, gegen wen?

Barbara Schöneberger und Stefan Raab präsentieren bei RTL mit „Wer weiß wie wann was war?“ eine Samstagabendshow wie aus besseren Fernsehtagen: aufwendig, witzig und erstaunlich liebevoll gemacht. Sogar Raab findet daran wieder Freude.

ARD und ZDF haben entschieden, welche Sender zum Jahreswechsel eingespart werden sollen. Das Ergebnis lässt erahnen, welche Befindlichkeiten eine Rolle gespielt haben – und ist trotzdem Grund für vorsichtigen Optimismus.

Der Verleger Holger Friedrich will mit seiner neuen „Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung“ etwas gegen Schieflagen im gesamtdeutschen Gespräch tun. Was in den ersten Ausgaben zu Russland, der AfD oder dem Frankfurter Bahnhofsviertel zu lesen war.

Im ARD-„Bericht aus Berlin“ applaudiert Angela Merkel nach der Wahl von Friedrich Merz als Parteichef – dabei hatte sie den Saal längst verlassen. Nicht nur im ZDF gilt: Es ist keine Kleinigkeit, wenn eine Sendung Bilder im falschen Kontext zeigt.

Was Prominente, vor allem Männer, vom Moderator Reinhold Beckmann lernen könnten, der sich aus dem Fernsehen fast ganz zurückgezogen hat. Eine Würdigung zum Geburtstag.
