
40 Jahre „ZDF-Fernsehgarten“:Tischgrill der Nation
Musik, Comedy, Lebenshilfe und Brutzelei: Warum der „ZDF-Fernsehgarten“ so erfolgreich ist? Weil es kein Format, sondern ein Ritual ist.

Reporter, Streiflichtautor

Musik, Comedy, Lebenshilfe und Brutzelei: Warum der „ZDF-Fernsehgarten“ so erfolgreich ist? Weil es kein Format, sondern ein Ritual ist.

Der schräge Reiz des WM-Gigantismus zeigt sich auch im Sammelalbum: 980 Bilder auf 112 Seiten, die Werbung dafür hat neue Dimensionen erreicht. Das Sammeln ist kostspielig, aber Rituale sind schwer totzukriegen.

Clangewalt, Geschlechterkonflikte, Hasskriminalität: Das Ringen der Polizisten im neuen Schwarzwald-„Tatort“ ist sehenswert.

Batic und Leitmayr haben 35 Jahre lang im „Tatort“ die Leichen aus den Tiefen und Untiefen dieser Stadt gezerrt. München leuchtet? Unbedingt, aber bei ihnen durfte es auch mal richtig schattig sein. Jetzt gehen sie in Rente: Na dann, servus.

Eine Doku auf RTL+ und Vox widmet sich Heino – als liebendem Sohn, bescheidenem Lebenskünstler, Kultfigur.

Im „Polizeiruf 110“ aus Potsdam ermitteln die Kommissare Ross und Rogov ganz klassisch, ohne zweite Ebene oder offenes Ende. Ganz schön. Aber auch ganz schön zäh.

Der „Polizeiruf“ verhandelt Abtreibung, Aktivismus und digitale Empörung – als Krimi blass, als Debatte interessant.

Opern-Charaktere, ehrenamtlich Tätige, ein Chor und eine Italo-All-Time-Playlist: Die Schlusszeremonie der Olympischen Spiele gerät in einer Melange aus Feierlichkeit und Bodenständigkeit stimmig. Auch weil ein Gast der Feier in Verona doch fernbleibt.

Auch wenn das IOC so tut, als stünden Olympioniken außerhalb der heruntergerockten Welt, die sie umgibt: Tatsächlich stehen sie mittendrin. Was also bleibt von diesen Spielen? Strahlende und strauchelnde Athleten. Und die Resilienz eines Ukrainers.

In der Welt da draußen haben die Königlichen gerade nicht den besten Ruf. Bei Olympia hingegen bricht den royalen Athletinnen kein Zacken aus der Krone.

Schimpfwörter, Gekeife, höhnisches Gelächter: In den Curling-Duellen ist ungewohnt viel Druck auf dem Kessel – auch die Referees scheinen überfordert zu sein.

Von Winter Vinecki bis zum anständigen Christoph Danksagmüller – auf olympischen Starterlisten steht bisweilen Spektakuläres. Manch ein Athlet geht buchstäblich eine Liaison mit seiner Sportart ein.

Die Liebe der Niederländer zum Eislaufen zeigt sich in Mailand wieder in schrillen Kostümen. Dahinter steht auch eine Sehnsucht nach Wintern, wie es sie in dem Land nicht mehr gibt.

Mit dem dritten Teil einer Trilogie verabschieden sich die beiden unvergleichlichen Kommissare Koitzsch und Lehmann vom „Polizeiruf“.

Politik hat auf der großen Bühne Olympia nichts zu suchen, so das IOC Dogma. Viele US-Athleten scheint das nicht zu interessieren, sie wollen unbedingt reden: über ihr Land, über verlorene Werte. Den Sportfunktionären und Trump zum Trotz.

Mailand bietet auch während der Winterspiele so viele Attraktionen – aber wer will schon zum Dom, wenn nebenan eine viel faszinierendere Kathedrale steht?

Ausnahmesportler wie die amerikanische Skifahrerin gehen über Grenzen. Was deren schwerer Sturz über Risikobereitschaft, Aufopferung und olympische Ideale verrät.

Der Abschied vom ehrwürdigen Giuseppe-Meazza-Stadion rückt immer näher – wo die Olympia-Eröffnungsfeier in Erinnerung ruft, dass die Langsamkeit hier einer gewissen Tradition folgt.