Zeitmaschinen (5): Puch G Ein Österreicher fürs Gelände

Unerschütterlich und humorlos: Österreichs weltbester Geländewagen hat sich nach mehr als 30 Jahren zur Legende-Tauglichkeit verfestigt.

Von David Staretz

Der Puch G ist Österreichs heimatlichstes Auto. Er vereint österreichische Ingenieursleistung mit deutscher Motorenqualität. Sein Leiterrahmen, seine Allradtechnik, sein störrisch sich Moden widersetzendes Dastehen haben ihn zu einer Ikone inmitten einer streamlined, mainstreamed, mittelmäßigen Autowelt gemacht.

Unerschütterlich humorlos

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Doch paradoxerweise dient es seinem Standing, dass er in den letzten Jahren zum Lifestyle-Darling von Beverly Hills avancierte. Megan Fox, Diane Keaton, Hillary Duff, Ashley Tisdale, Nicole Richie sind nur ein kleiner Querschnitt durch die Käuferliste schicker Mercedes-Dealer in Los Angeles. Angesagte Farbe: Weiß.

Ein Kooperationsvertrag zwischen Daimler-Benz und der Steyr-Daimler-Puch AG stand 1973 am Anfang der langen Karriere der G-Klasse, die ursprünglich als Explorer und H2 codiert wurde.

Es war eine von Anfang an harmonische Beziehung auf verständigem Niveau. Steyr-Daimler-Puch war für seine äußerst geländegängigen Modelle Haflinger und Pinzgauer weltweit bekannt. Man wollte jetzt ein mindestens so geländegängiges Nutzfahrzeug mit stärkerer Personenwagen-Ausrichtung und breiterer Motoren-Fächerung herstellen.

Freilich hatte man in erste Linie Militäraufträge im Auge. Schon 1975 hatte der Schah von Persien 20.000 Fahrzeuge geordert. Bis die Produktion anlief, gab es aber keinen Schah von Persien mehr.

Dafür bestellten das österreichische Bundesheer, die deutsche Polizei und der deutsche Bundesgrenzschutz Militärversionen. Es folgten argentinische und norwegische Militäraufträge. Später orderte die Schweizer Armee 4000 Fahrzeuge. Über die 30 Jahre G hinweg (das Jubiläum war 2009) wurden allerdings weitaus mehr zivile Ausführungen gefertigt als Militärversionen

Im Frühjahr 1979 begann im Puch-Werk im steirischen Graz die Serienfertigung des Geländewagens. Die Motoren, Getriebe, die Lenkung, Vorder- und Hinterachsen kamen aus der laufenden Serienproduktion von Mercedes, die Allradtechnik und den massiven Leiterrahmen steuerte Steyr bei. Wichtigster Erprobungsort war der Hausberg Schöckl.

Gelände-Legende

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