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Zeitmaschinen (12): Mercedes W 123:Der Dieselsound unserer Erinnerung

Mit einem Schlag hatten Ponton-, Heckflossen- und Strich-Acht-Mercedes einen würdigen Nachfolger: alte Tugenden, auf der Höhe einer neuen Zeit. In verschlanktem Sinn hält sie bis heute an.

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Mercedes W 123  ACHTUNG! Diese Bilder sind ausschließlich für die Verwendung im "Auto&Mobil"-Kanal von sueddeutsche.de freigegeben!

Quelle: Andreas Riedmann / Autorevue

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Mit einem Schlag hatten Ponton-, Heckflossen- und Strich-Acht-Mercedes einen würdigen Nachfolger: alte Tugenden, auf der Höhe einer neuen Zeit. In verschlanktem Sinn hält sie bis heute an.

1976. Als die Krägen noch lang, die Hosen unten noch weit und die Haare schön wellig geföhnt waren. Deutschland stand im Zeichen des RAF-Terrors. Österreich hatte Franz Klammer. Und Mercedes stellte seine Baureihe W123 vor, welche für zehn Jahre Bestand haben sollte und eigentlich noch weit darüber hinaus.

"Zeitmaschinen: Legendäre Autos, die Geschichte machten" ist eine Kooperation von sueddeutsche.de und dem österreichischen Magazin Autorevue.

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Breit statt hoch Die quergestellten Scheinwerfer waren vom Design der S-Klasse inspiriert, die passive Sicherheit war dank berechneter Knautschzonen und steifer Fahrgastzelle nochmals klar über dem Niveau des Vorgängers.

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Wie damals Und damals ist 268.000 km her: Die Karosserie ist immer noch höchst solide und trägt großteils Erstlack, der ...

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... Hut ist quasi Erstausrüstung. Das Knarzen aber hält sich strikt an der Oberfläche, quasi der Schrei seniler Kunststoffe aus den Tiefen weichmacherloser Molekülketten.

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Dieses Auto ist auf fast schon arrogante Weise solide, solider jedenfalls als sein Fahrer, und besser verarbeitet.

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Alles klar Die Instrumentierung stellte niemanden vor Rätsel, die Arbeitsweise des ...

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... Motors auch nicht: Dass der Vorkammer-Diesel, obwohl theoretisch leiser als die Wirbelkammer-Diesel der Konkurrenz, güt hörbar blieb, lag auch daran, dass er noch kein schalldämmendes Hauberl trug.

Man erkennt, wo später der fünfte Zylinder des 300 D Platz finden sollte.

Mercedes W 123

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Ein Mercedes war damals noch Urmeter seiner selbst und eine Stimmgabel des Dieselsounds unserer Erinnerung.

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Die Schlichtheit der Instrumentierung zeigt, wie die Welt vor der Erfindung des Firlefanz ausgesehen hat.

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Überhaupt, das Fahren. Es geschieht in wohlerzogener Würde. Man fährt nicht einfach los, man legt vom Gehsteigrand ab wie mit einer Jacht, teilt den Horizont mit dem Mercedesstern, strebt langsam dem Verkehrsfluss zu, dann ersucht man den Motor um allmähliche Erhöhung des Tempos.

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Daten und Fakten (Modell 240 D)

Motor, Antrieb Reihenvierzylinder-Vorkammer-Diesel, obenliegende Nockenwelle. 4-Gang-Getriebe, Hinterradantrieb. Hubraum 2399 ccm, Verdichtung 21:1, Bohrung/Hub 91 x 92 mm, Leistung 53 kW (72 PS) bei 4400 U/min, 137 Nm bei 2400 U/min.

Fahrwerk Vorne und hinten Einzelradaufhängung mit Bremsnickabstützung, Stabilisatoren, Schraubenfedern. Scheibenbremsen, Kugelumlauflenkung.

Karosserie Fünfsitzige Limousine mit vier Türen. Leergewicht 1385 kg, Zuladung 520 kg, L/B/H 4725/1786/1438 mm, Tankinhalt 65 l.

Fahrleistungen Spitze 151 km/h, 0-100 in 22,8 sec, Verbrauch 7,2/9,9/9,5 l/100 km (90/120/Stadt).

Wir bedanken uns bei Franz Pulkert jun. und sen. fürs Vorfahren mit dem Zweitbesitz-Fotomodell.

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© sueddeutsche.de / Autorevue/gf
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