Weltspiegel (33): Automarkt Japan:Luxusmodelle sind Nebendarsteller

Sie heißen Daihatsu Tanto, Mazda Scrum oder Suzuki Palette und haben Ausstattungsdetails wie nach außen ausklappbare Sitze, große Schiebetüren und eine kaum zu schlagende Variabilität. Für umgerechnet 13.000 bis 20.000 Euro gibt es die knapp eine Tonne schweren Allzweckmobile mit Leistungen von 40 bis 70 PS.

In der nächsten Generation dürften die ersten Minibox-Vans von einem Elektromotor angetrieben werden. Gefahren werden sie sowieso nur in der Stadt. Einen Ausblick in die fernere Zukunft gab auf der Tokyo Motor Show zum Beispiel der Daihatsu FC Case, dessen Kombination aus Brennstoffzelle und Elektromotor komplett im Fahrzeugboden integriert ist.

Nicht ganz so stark sind auf dem japanischen Markt die beiden größeren Klassen (5 Number und 3 Number) auf den Straßen vertreten. Die Mittelklasse namens "5 Number" hat vier oder sechs Zylinder, maximal zwei Liter Hubraum und ist bis zu 4,70 m lang. Die Topliga "3 Number" umfasst all das, was länger als 4,70 Meter ist.

Oberklasse-Limousinen wie Audi A6, 5er BMW oder Mercedes E-Klasse haben seit Jahren ihr festes Stamm-Klientel - und nahezu amplitudenfreie Zulassungen. Noch exklusiver ist die europäische Luxusliga mit 7er BMW, Audi A8, Mercedes S 600 oder die großen Toyota- und Lexus-Limousinen - alle mit langem Radstand und jeder Menge Komfort an Bord. Trotz des imposanten Prestiges sind sie kaum mehr als Nebendarsteller, auch wenn sie sich einer überaus treuen Kundschaft erfreuen. Denn wer in den großen japanischen Städten etwas auf sich hält, ist nur selten ohne Chauffeur unterwegs.

Im alltäglichen Stau-Chaos der Megacity Tokyo mit ihren mehr als zehn Millionen Einwohnern gehören Liegesitze, Jalousien rundum und Fernsehen an Bord seit Jahren dazu. Große Bildschirme, Soundsystem, Spielkonsolen, WLan-Zugang und Hightech-Navigation haben selbst die kleinsten Kei-Cars an Bord. Schließlich gehören nicht nur in Tokyo ein bis zwei Stunden Stau täglich auf dem Weg in die Arbeit dazu. Da will man unterhalten werden.

Nach wie vor werden eine Vielzahl von Importautos auch im Rechtslenkerland mit dem Lenkrad auf der linken Seite verkauft. So hebt man sich von der breiten Masse ab und zeigt, dass man exklusiv und zumeist besonders sportlich unterwegs ist. Die Innenstädte haben sich längst darauf eingestellt. Nicht nur in Tokyo haben viele Parkhäuser die Ticketautomaten an der Ausfahrt daher auf beiden Fahrzeugseiten.

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