Weltspiegel (32): SsangYong Chairman Koreas skurrile S-Klasse

Der SsangYong Chairman ist Südkoreas teuerstes Luxusauto aus eigener Produktion. Unter der Haube arbeitet ein Motor der Mercedes S-Klasse, seine Massagesitze kennen keine Gnade und sein Navigationssystem beweist Sex-Appeal.

Von Sebastian Viehmann

Die Redaktion von sueddeutsche.de sieht sich um - im "Weltspiegel": Welche Autos fahren die anderen? Wie reagieren andere Länder und Hersteller auf den Klimawandel? Wer steigt auf alternativ angetriebene Fahrzeuge um?

Weltspiegel (32): SsangYong Chairman

Ein bisschen schrullig

Auf diese Frage war Joon Kim nicht vorbereitet: "Was für Holz ist das denn in der Türverkleidung?" Kim muss kurz nachdenken, während er den 5,1 Meter langen SsangYong Chairman durch das Verkehrsdickicht von Seoul manövriert. Dann sagt er im Brustton der Überzeugung: "Ich weiß es nicht genau, aber ich bin sicher, es ist das beste Holz auf dem Markt."

Joon Kim ist Export-Manager der südkoreanischen Automarke SsangYong, und der Chairman V8 5000 ist das Aushängeschild der Asiaten: 306 PS, fast drei Meter Radstand und bis unters Dach vollgestopft mit Luxus. Die neue Version des Wagens wurde gerade erst der Öffentlichkeit gezeigt. Sie ist so jungfräulich, dass einige Zierblenden sogar noch mit Folie verdeckt sind.

Koreanische Autokäufer lassen solche Details gern wochenlang unberührt, genau wie die kleinen blauen Schaumstoffpolster an den Türkanten oder den Auslieferungs-Sticker in der Seitenscheibe. Es sind Statussymbole, mit denen man allen zeigt, dass der Wagen wirklich nagelneu ist.

Die zweite Generation des SsangYong Chairman, die 2008 auf den Markt kam und jetzt mit einem Facelift überarbeitet wurde, ist tatsächlich ein prestigeträchtiger Luxusschlitten. Er konkurriert nicht nur mit der in Europa unbekannten Edel-Limousine Hyundai Equus, sondern soll auch gegen 7er BMW, Jaguar XJ und natürlich die Mercedes S-Klasse antreten.

An die S-Klasse erinnert nicht nur die Optik des Chairman, auch wenn sich statt eines Sterns der SsangYong-Doppeldrache als Kühlerfigur in die Höhe reckt: Es steckt tatsächlich Mercedes-Technik unterm Blech. Die Kurzversion des Chairman nutze die Bodengruppe einer alten E-Klasse, sagt SsangYong-Manager Joon Kim, und auch das Siebengang-Automatikgetriebe soll aus Stuttgart stammen.

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