Weltspiegel (25): Mercury Grand Marquis:Techbnik von vorgestern

Der Klang aus den Boxen ist kaum mehr als jämmerlich zu nennen und bei Dunkelheit werden die Bedienelemente derart schlecht illuminiert, dass man sich besser bei Tage damit vertraut macht. Sonst gibt es nach Sonnenuntergang ein böses Erwachen. Der Hauch von zeitgemäßer Technik kommt allein beim automatisch abblendbaren Innenspiegel oder der Funkfernbedienung auf. Gab es beides auch schon vor Jahren, aber man lernt beim Grand Marquis eine völlig neue Enthaltsamkeit.

Die ebenso weichen wie konturlosen Sitze sind beim ersten Eintauchen kuschelig bequem - doch auf längeren Strecken machen sich Rücken und Beine schmerzhaft bemerkbar. Immerhin kann der Mercury notfalls bis zu sechs Personen aufnehmen. Denn nicht nur im Fond finden auf Wunsch drei Personen Platz. Auch die beiden Mittelarmlehnen auf dem Sofa in der ersten Reihe können zu einem Notsitz umfunktioniert werden. Wer dann vorne in der Mitte Platz nimmt, hat allein einen Beckengurt zu seiner Verfügung.

Überhaupt könnte die Sicherheitsausstattung des Grand Marquis schlechter kaum sein. Frontairbags, eine Traktionskontrolle und ABS - das war es auch schon. Trotzdem rühmt sich der Grand Marquis damit, den anspruchsvollen US-Frontcrash 13 Jahre in Folge mit der Höchstwertung von fünf Sternen abgeschlossen zu haben.

Für die betagten Kunden des Grand Marquis ist das ohne große Bedeutung. Der gemeine US-Luxusliner wird allenfalls von zwei Personen, meist einem älteren Ehepaar, bevölkert. Sie genießen die Ausstattung, die sie schon seit Jahrzehnten kennen. Ist es in den Hamptons oder auf den Keys brütend heiß, hilft ein Druck auf die "Auto-Tast" der Klimaautomatik und der große Innenraum kühlt innerhalb kürzester von wenigen Sekunden auf Gefriertruhen-Temperatur ab. Und: Für den Thanks-Giving-Ausflug am Wochenende muss nichts zu Hause bleiben. Der Kofferraum fasst trotz des mächtigen, hineinragenden Ersatzrades rund 500 Liter. Auf der Rückbank gibt es weiteren Laderaum, um Kindern und Enkeln eine nachhaltige Freude zu machen.

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