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Weltspiegel (21): Elektrotrend in Asien:China unter Strom

Bislang sind die Träume der chinesischen Autobauer, mit ihren Produkten erfolgreich auf den Märkten dieser Welt mitzufahren, zerplatzt. Jetzt versucht man's elektrisch.

Susanne Kilimann

8 Bilder

Elektroauto von Nanjing Jiayuan

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In naher Zukunft wollen sich die chinesischen Automobilhersteller bei der Produktion von Hybrid- und Elektroautos an die Weltspitze setzen. Schon 2011 sollen im Reich der Mitte 500.000 Fahrzeuge mit den alternativen Antriebstechnologien von den Bändern rollen.

Im Bild: Elektroauto von Nanjing Jiayuan

E-CAR-1

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Das Ziel erscheint umso ehrgeiziger wenn man bedenkt, dass im vergangenen Jahr gerade mal 2100 Fahrzeuge mit entsprechender Technologie unterm Blech von den chinesischen Montagebändern rollten.

Im Bild: E-CAR-1

BYD E6

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Dieses chinesische Engagement hat verschiedenen Gründe: Zum einen hinkt die chinesische Industrie bei der Entwicklung sparsamer Benziner der Konkurrenz aus Japan und Deutschland weit hinterher. Dieses Feld überlassen die chinesischen Ingenieure jetzt offenbar den anderen - und konzentrieren sich auf das, was die Automärkte von morgen verlangen werden.

Im Bild: BYD E6

E-CAR-4

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Zum anderen würde ein Ausbau der chinesischen Elektroflotte nicht nur für ein blühendes Exportgeschäft sorgen, sondern die aufstrebende Autonation auch aus einer doppelten Abhängigkeit befreien: Denn Erdöl bezieht auch China aus der arabischen Welt und die Schifffahrtsrouten vom Nahen Osten ins Reich der Mitte werden von den USA kontrolliert.

Im Bild: E-CAR-4

Huoyun electric tricycle

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Auf dem chinesischen Markt haben die Autos mit Elektromotoren zudem gewisse Startvorteile. Die Distanzen, die Chinas Autofahrer zurücklegen, sind vergleichsweise kurz, Überlandfahrten stellen eher die Ausnahme dar. Der Großteil der Fahrer bewegt sich mit dem Auto durch die eigene Stadt, fährt außerdem mit bescheidenem Tempo, denn Verkehrsstaus gehören längst auch in China zum Autofahreralltag.

Im Bild: Huoyun electric tricycle

BYD F3DM

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Hinzu kommt, dass Vierfünftel aller Autokunden in China Erstkäufer sind und sich also noch nicht an Autos gewöhnt haben, die schneller als 100 km/h fahren und mehr als 200 Kilometer Reichweite haben.

Im Bild: BYD F3DM

Haima Fstar H1

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Die Luftqualität in den chinesischen Metropolen dürfte zwar profitieren, wenn immer mehr Chinesen mit Hybridtechnik oder Elektromotor automobil sind. Dass sich durch den Einsatz elektrisch angetriebener Autos jedoch Chinas Umweltprobleme maßgeblich reduzieren und die enorm ansteigenden Treibhausgas-Emissionen bremsen lassen, kann dagegen niemand mit Ernst behaupten.

Im Bild: Haima Fstar H1

Epower Cars 4x4

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Denn der Strom, der die Akkus der emissionsfreien Elektroautos speisen muss, wird in China zum allergrößten Teil in Kohlekraftwerken produziert. Und bei der Verbrennung von Kohle werden Ruß und Treibhausgase in weit größeren Mengen freigesetzt als bei jedem anderen Brennstoff.

Im Bild: Epower Cars 4x4

Alle Fotos: Pressinform

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