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Walter de'Silva, VW-Chefdesigner:"Bei Porsche sehe ich keinerlei Probleme"

W&V: Die Marke Porsche wird in den Konzern integriert. Damit wächst die Volkswagen-Familie weiter ...

Walter de'Silva, VW-Chefdesigner

"Design ist wichtiger als Werbung"

de'Silva: Es gefällt mir nicht, wenn man uns im Design als große Familie sieht. Natürlich sind wir eine Familie, weil wir uns gegenseitig helfen. Aber jedes Familienmitglied, jede Marke sollte eine eigene Identität behalten.

W&V: Gibt es bei Porsche Handlungsbedarf?

de'Silva: Ich kenne den Porsche-Design-Chef Michael Mauer und ich habe den Eindruck, dass er professionell arbeitet. Porsche hat eine sehr starke Design-DNA und eine phantastische Geschichte und Tradition. Ich sehe keinerlei Probleme.

W&V: Haben Sie bereits mit Herrn Mauer über die Positionierung und künftige Projekte gesprochen?

de'Silva: Sagen wir mal so: Wir haben angefangen, miteinander zu reden. Mehr möchte ich im Moment nicht sagen.

W&V: Sie entscheiden letztendlich über die Arbeit der Design-Abteilungen der einzelnen Marken unter dem VW-Dach. Sind Sie eher Dirigent oder Dompteur?

de'Silva: Ich bin kein Dompteur und ich befehlige auch keine Ausführungsmannschaften. Ich versuche, meinen Designern Selbstachtung zu geben und Vertrauen in das, was sie tun. Ich versuche, ihre Kreativität anzustacheln. In meinem Team sind Menschen, die aus der ganzen Welt kommen. Zeichnen ist die Sprache, die uns verbindet. Natürlich geht es auch darum, den Wettbewerb untereinander zu stimulieren. Ich diskutiere auch Ideen, die ich nicht teile. Ich lerne dabei sehr viel. Aber letztendlich erfolgt die Entscheidung dann nicht demokratisch, sondern ich treffe sie. Das ist nie leicht.

W&V: Der Elektroantrieb ist das zurzeit beherrschende Thema. Haben Elektroautos eine eigene Ästhetik - müssen sie anders aussehen als benzingetriebene Autos?

de'Silva: Das ist eine große Fehlinterpretation. Elektroautos werden dann ein anderes Aussehen haben, wenn bestimmte technische Komponenten wie Antrieb, Aufhängung und Position der Batterien die Möglichkeit geben werden, die Architektur eines Fahrzeugs zu verändern.

W&V: Aber Elektroautos machen zum Beispiel das Schalten überflüssig - das sind grundlegend andere Produkte.

de'Silva: Es wäre falsch zu vergessen, dass ein Automobil Gefühle und Freude weckt; es ist etwas, was man liebt. Das Auto ist eine Ikone des Industrieprodukts. Menschen wollen diese Gefühle im Auto wiederfinden. Wir arbeiten bereits an sportlichen Fahrzeugen mit Elektroantrieb. Natürlich werden auch sie die ikonographischen Eigenschaften haben wie ein Fahrzeug mit traditionellem Antrieb. Einen Schalthebel aus einem Auto rauszunehmen ist, als ob ich Ihnen einen Füllhalter gebe und sage: Nimm und schreib, aber Tinte bekommst du nicht.

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