VW Polo Motoren und Fahrwerk

Derzeit stehen drei Triebwerke zur Verfügung, bis Januar kommen vier weitere hinzu.

Von Andreas Schätzl

Zwei von sieben Motoren des vierten Polo sind komplett neu entwickelt.

Sieben Motoren gibt es für die vierte Generation im 21. Jahrhundert

(Foto: Foto: VW)

Zur Markteinführung im November wird der Polo mit einem neuen Dreizylinder-Benzinmotor (47 kW / 65 PS), einem Vierzylinder-Benzinmotor (55 kW / 75 PS) und einem Dreizylinder-TDI (55 kW / 75 PS) angeboten. Bis Januar 2002 folgen darüber hinaus sukzessive vier weitere Motoren.

Vier schadstoffarme Benzinaggregate mit Leistungen zwischen 55 und 100 PS

Die Benzinmotoren: Für alle Ottomotoren im neuen Polo gilt, dass sie die Abgasnorm EU-4 erfüllen. Die künftige Basismotorisierung bildet der neu entwickelte 1,2-Liter-Dreizylinder mit 40 kW / 55 PS.

Eine Ausgleichswelle sorgt dafür, dass dieser Motor kultiviert wie ein Vierzylinder an den Start geht. Bei 3.000 / min entwickelt er ein maximales Drehmoment von 106 Newtonmetern.

In der nächsten Leistungsstufe setzt Volkswagen ebenfalls einen neu konstruierten Dreizylinder ein, der bereits zur Markteinführung lieferbar sein wird.

Dieser Vierventilmotor leistet bei 5.400 / min zehn PS mehr. Genau 47 kW / 65 PS ermöglichen bei Bedarf eine Höchstgeschwindigkeit von 162 km/h. Aus identischen 1.198 cm3 entwickelt er bei 3.000 / min ein Drehmoment von 112 Newtonmetern. Der Verbrauch des zweitürigen Polo beträgt auch hier nur 5,9 Liter.

Ebenfalls von Mitte November an ist der 1,4-Liter große Vierzylinder-Vierventiler mit 55 kW / 75 PS verfügbar. Schon ab 2.200 / min gibt er neunzig Prozent seines maximalen Drehmoments von 126 Newtonmetern ab.

Volkswagen verspricht hier einen besonders niedrigen Teillastverbrauch. Und auch im Gesamtdurchschnitt sollen lediglich 6,4 Liter Super bleifrei auf hundert Kilometern durch die Kraftstoffleitungen fließen. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 172 km/h. Dieser Motor kann auch mit einer Getriebeautomatik gekoppelt werden.

Von Januar 2002 an wird VW einen weiteren Ottomotor für den Polo anbieten. Technisch eng mit dem 75-PS-Motor verwandt, leistet der "1.4 16V" 74 kW / 100 PS.

So motorisiert, erreicht der Polo nach Werksangaben eine Spitzengeschwindigkeit von 188 km/h. Der Durchschnittsverbrauch soll bei 6,9 Litern auf 100 Kilometer liegen.

Im ersten Halbjahr 2002 wird das Angebot außerdem um einen Benzin-Direkteinspritzer erweitert.

Saubere Selbstzünder

Alle drei Dieselmotoren für den neuen Polo sind Direkteinspritzer, zwei davon (1.4 TDI und 1.9 TDI) erfüllen die Grenzwerte der Abgasnorm D4.

Als erster Selbstzünder wird für den kompakten Volkswagen der 1.4 TDI-Pumpe-Düse angeboten. Der Dreizylinder leistet - wie im Vorgängermodell - 55 kW / 75 PS, erfüllt für den deutschen Markt nun aber die D4-Norm.

Um dieser Abgasnorm gerecht zu werden, wurde der Motor technisch umfangreich modifiziert - bis hin zu einem neuen Turbolader in kompakter Modulbauweise.

Bei 2.200 / min entwickelt er ein maximales Drehmoment von 195 Newtonmetern, treibt den Polo zu einer Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h und begnügt sich im Schnitt mit 4,5 Litern Diesel auf 100 Kilometer.

Von Mitte November an können zudem der "kleine" 1.9 SDI und der "große" 1.9 TDI bestellt werden. Der SDI (47 kW / 64 PS), ein Direkteinspritzer ohne Turbolader, gibt sich mit durchschnittlich 4,7 Litern Diesel zufrieden.

Sportlicher geht es zu, wenn vorne quer im Motorraum eingebaut der 1.9 TDI für Vortrieb sorgt. Turbolader, Ladeluftkühler und direkte Pumpe-Düse-Hochdruckeinspritzung garantieren sehr lebendige 74 kW / 100 PS und sehr zurückhaltende 4,9 Liter Durchschnittsverbrauch.

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 188 km/h, sein maximales Drehmoment 240 Newtonmeter; diese liegen bereits ab 1.800 Umdrehungen an.

Vorne eine Idee, hinten eine neue Achse

Weiter entwickelt wurde die McPherson-Vorderachse mit ihren untenliegenden Dreiecksquerlenkern. Anders als sein Vorgänger, besitzt der Polo ein völlig neues Hilfsrahmenkonzept. Der Hilfsrahmen besteht nicht mehr nur aus einem Teil, sondern aus einer zweischaligen Stahlblech-Quertraverse und zwei Aluminium-Leichtbaukonsolen.

Dadurch konnte zum einen das Gewicht gesenkt werden, zum anderen soll das neue Baukastensystem ermöglichen, den Achskörper besonders gut auf die unterschiedlichen Motoren und Abgasführungen abzustimmen. Zudem verringert, so VW, das Hilfsrahmenkonzept die Abrollgeräusche und optimiert das Fahrverhalten sowie die Crash-Eigenschaften des Polo.

Eine völlige Neukonstruktion ist die Verbundlenkerhinterachse. Der die Räder verbindende Querträger, das so genannte Torsionsrohr, besteht im Polo aus einem Rohr, das zu einem V-Profil geformt wird. Durch Variationen der Wandstärken und der Geometrie dieses Querträgers können die Techniker gewünschte Verdreheigenschaften einstellen und damit letztlich auf das neutrale Fahrverhalten Einfluss nehmen.

Weiterer Vorteil: Ein zusätzlicher Stabilisator wird überflüssig. Somit trägt auch das Hinterachskonzept stark zur Gewichtsreduktion bei.

Die Achse selbst wird über großvolumige Gummimetall-Lager am Fahrzeug befestigt. Durch die Schrägstellung dieser Lager wird eine Spurkorrektur bei Seitenkraft erreicht, die vor allem im Bereich hoher Geschwindigkeiten zu einem Gewinn an Fahrstabilität beiträgt.

Die sorgfältige Lagerauslegung ist zudem ausschlaggebend für den guten Abrollkomfort. Darüber hinaus optimiert auch die getrennte Anordnung von Feder und Dämpfer die Komforteigenschaften und gewährleistet parallel dazu eine optimale Durchladebreite im Kofferraum.

ESP durch Bremsassistenten ergänzt

Serienmäßig werden die Bremsen in jedem Polo über ein Antiblockiersystem mit elektronischer Bremskraftverteilung (EBV) angesteuert. Optional kann dieses System um ein neu entwickeltes elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) erweitert werden.

Neu ist dabei die Kombination mit einem hydraulischen Bremsassistenten (HBA), der in Notsituationen automatisch den Bremsdruck erhöht.

Die elektrohydraulische Servolenkung arbeitet adaptiv. Die Lenkunterstützung wird bei diesem System in Abhängigkeit von der jeweiligen Fahrzeuggeschwindigkeit und dem Fahrzeuggewicht geregelt.

Alle neuen Polos - selbst die Basisversion - rollen auf 14-Zoll-Felgen mit Reifen der Dimension 165/70 R14, die 74-kW-Modelle auf 185/60-R14-Reifen. Auf Wunsch sind Rad-Reifen-Kombinationen bis zu einer Größe von 6 ½ J x 16 und 205/45 R 16 erhältlich.