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VW Grand California im Familien-Test:Weckt den inneren Spießer in dir

Hoch gelegen: Der VW Grand California mit Dachaufbau für den Schlafbereich der Kinder.

Spielzeug, Nutzgefährt, Wundermaschine - der VW Grand California besticht durch sein Innendesign. Davon können auch die Kinder die Finger nicht lassen.

Von Jochen Temsch

Die spontane Reaktion der Kinder, als sie den Bus zum ersten Mal in der Sonne glänzen sehen: "booah!" und: "wooow!" Dann rennen sie hin und rütteln an der Schiebetür. Ein bisschen Inspiration hatten sie schon vor dieser ersten Begegnung. Im Kinderzimmer zerlegen sie gerne einen sonnengelben Playmobil-Camper, original aus den Achtzigerjahren, mit dem hat ihr Vater schon Globetrotter gespielt. Und sie sind wie viele andere in ihrem Alter verrückt nach "Paw Patrol", der Kleinkind-Actionserie, in der ein Fahrzeug namens "Paw Patroler" vorkommt, den ein Roboterhund samt Quad, Hubschrauber und Bagger zum Einsatz lenkt. Es kann also durchaus sein, dass der VW Grand California 600 in der kindlichen Fantasie eine Mischung aus allem ist: Spielzeug, Nutzgefährt und Wundermaschine. Und damit liegen die Kinder ja auch nicht ganz falsch. Der große Kalifornier genießt vielleicht nicht so viel Sympathie wie sein lässigerer, kleiner Bruder VW Bulli, erhält aber mächtig Aufmerksamkeit. Das liegt zum einen an seiner Größe. Auf Basis des Crafter optional mit einem Hochbett für den Nachwuchs ausgestattet, kommt das Reisemobil auf sechs Meter Länge und knapp drei Meter Höhe mit einer Deckenhöhe von 2,15 Meter für aufrechten Gang im Inneren. In der Version 680 ist es noch einmal 80 Zentimeter länger und die Matratzen für die Eltern sind längsseitig, nicht wie beim 600er quer im Heck ausgerichtet. Wer nicht gerade viel Übung im Rangieren von Möbeltransportern mitbringt, sollte bei der Sonderausstattung jedenfalls nicht auf die Rückfahrkamera verzichten. Beim Einparken vor dem Wohnblock erheben sich ein paar Nachbarn von ihren Liegestühlen auf dem Balkon, um das knifflige Manöver besser beobachten zu können - eine gute Vorbereitung für die Ankunft am Campingplatz. Aber es ist nicht spöttisch gemeint, sondern wehmütig, was der Rentner aus dem dritten Stock herunterruft: "So einen hätte ich früher auch gerne gehabt!" Ist er erst einmal auf der Straße, fährt sich der Grand California leichtgängig, fast wie eine große Limousine, wobei kräftige Böen das Autogefühl trotz des serienmäßigen Seitenwindassistenten immer wieder überraschend ins Wanken bringen. Mit dem reaktionsfreudigen Acht-Gang-Automatikgetriebe kommen auch Campinganfänger zurecht, 177 PS ermöglichen es selbst bergauf, andere Reisemobile von der Überholspur aus zu betrachten. Auch die Kinder genießen die Fahrt. Ihre zwei Sitze, einer sogar mit breitem Seitenaufprallschutz, passen nach einiger Fummelei gerade mal so nebeneinander in die Isofix-Ösen der schmalen Sitzbank. Zusammen mit einem Klapptisch und den um 360 Grad drehbaren Vordersitzen bildet die Sitzbank im Stand eine relativ komfortable Dinette.

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