VW Golf GTI:Ewige Jugend

Lesezeit: 2 min

Seit 1976 lässt ein GTI so manches Herz schneller schlagen. Wir haben auch mit dem Neuen wieder ein Wettrennen mit unserem Puls veranstaltet. Ein Praxistest

Günther Fischer

Es ist nun einmal so: Wir werden nicht jünger - und meist auch nicht schlanker. Nach einigen Jahren sind wir dann ein bisschen bequemer geworden, schwerer und Eigentumswohnung-verträglicher. Das ist der Lauf der Dinge. Wieso sollte es einem Auto anders ergehen? Der erste GTI war mit 870 Kilogramm noch ein ziemlich schlanker Kerl, der aktuelle bringt es dagegen bereits auf 1318 Kilogramm Leergewicht.

VW Golf GTI: Kann trotz Kampfwagen-Felgen eine prima Figur machen: VW Golf GTI

Kann trotz Kampfwagen-Felgen eine prima Figur machen: VW Golf GTI

(Foto: Foto: VW)

Eine Gewichtszunahme, die freilich durch mehr Leistung kompensiert wird: Die PS-Zahl stieg von 110 PS anno 1976 auf satte 210 anno 2009. Er beschleunigt heute schneller (0-100 km/h, 1976: 10 Sek.; 0-100 km/h 2009: 6,9 Sek.) und kann's auch um einiges rasanter (Höchstgeschwindigkeit 183 vs. 240 km/h). Wäre es nicht schön, wenn sich die eigene Fitness im gleichem Maß gesteigert hätte?

Äußerlich unternimmt der neue GTI einiges, um sich von seinem braven Serienbruder abzugrenzen: rote Grilleinfassung, Heckspoiler, ein Doppelendrohr, das auf beiden Seiten des Diffusors ins Freie bläst, rote Bremsättel und die 17-Zoll-Kampfwagen-Felgen. Auch im Innenraum sind die bekannten GTI-Insignien zu finden: rote Nähte, das abgeflachte Sportlenkrad und das traditionell karierte Sportsitzmuster.

Aber: Was sein Äußeres verspricht (und immer versprochen hat), lösen Fahrwerk und Motor ein: einen stürmischen Vorwärtsdrang. 210 PS sind in der Golf-Klasse ein Wort, erst recht, wenn das volle Drehmoment bereits ab 1700 U/min anliegt und bis 5200 U/min beibehalten wird. Das erlaubt herrlich schaltfaules (bei der klassischen 6-Gang-Variante) Dahingleiten - und ein blitzartiges Losheizen. Das Gefühl, jederzeit genug Dampf im Kessel zu haben, ist ziemlich beruhigend.

VW gibt dem neuen GTI wohl auch deswegen die quersperrende Fahrwerksregelung XDS mit, die mittels Bremseingriff aufs kurveninnere Vorderrad und in Zusammenarbeit mit dem ESP eine nahezu narrensichere Schnelligkeit ermöglicht. Kein Wunder, dass wir uns als prima Autofahrer fühlen dürfen - Über- und Untersteuern werden schließlich nur angedeutet, provozieren lassen sich Auto und System kaum (auch nicht mit der adaptiven Fahrwerksregelung, mit der sich der Wagen noch ein bisschen verschärfen lässt) und physikalische Grenzen wollten wir auch nicht überschreiten. Fragt sich nur, warum VW bei so viel innerer Sicherheit die Altersgrenze fürs GTI-Fahren auf 21 Jahre angehoben wissen will (zumindest laut Werbung).

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