Volvo V60 D6 AWD Plug-in-Hybrid:Teure Sparsamkeit

Volvo bringt Ende des Jahres einen Diesel-Hybrid mit Plug-in-Technik auf den Markt. Sparsamer geht es kaum. Doch der Volvo V60 D6 AWD ist ein teures Vergnügen. Der Aufpreis für die Batterie-Technik liegt bei mehr als 16.000 Euro.

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Ran an die Steckdose

Quelle: STG

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Volvo konnte in den vergangenen Jahren kaum durch technische Innovationen glänzen. Die Verkaufszahlen waren schlecht, die Produkte betagt. Nach der Übernahme von Volvo durch den chinesischen Hersteller Geely soll es wieder aufwärts gehen.

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Als erster Hersteller bringt Volvo zum Dezember die technische Symbiose aus einem Dieselmotor und einem Plug-In-Hybriden auf den Markt. Das neue Topmodell der V60-Palette heißt V60 D6 AWD und soll mit einem Mini-Verbrauch und sportlichen Fahrleistungen locken.

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Sein Preis jedoch lässt selbst Elektro-Fanatiker schlucken: Der Volvo V60 D6 AWD kostet mindestens 56.900 Euro. Sein Schwestermodell V60 D5 AWD kostet mit Automatik-Getriebe gerade einmal 40.450 Euro. Einen Preisunterschied von mehr als 16.000 Euro wird in einem normalen Autoleben niemand wieder amortisieren können. Da tröstet es wenig, dass der Plug-In-Hybrid mit einer Komplettausstattung aufwartet, die einen Wert von rund 5000 Euro hat.

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"In einer ersten Serie wird es 1000 Hybridfahrzeuge geben", sagt der bei Volvo für den V60 Produktverantwortliche Per-Arne Reinholdsson. Ab Mitte 2013 soll die Stückzahl dann abhängig von der Nachfrage auf 4000 bis 6000 Fahrzeuge steigern.

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Der Volvo V60 D6 AWD ist technisch ähnlich dem Peugeot 508 RXH oder Citroen DS5 aufgebaut. Ein 215 PS starker Dieselmotor mit 440 Newtonmetern maximalem Drehmoment treibt die Vorderachse über eine Sechsgangautomatik an. Die Hinterachse bekommt ihre Motorleistung direkt von einem 51 Kilowatt starken Elektromotor, der von einer Lithium-Ionen-Batterie unter dem Ladeboden gespeist wird und nochmals 200 Newtonmeter zur Verfügung stellt. "Unter bestmöglichen Bedingungen können wir bis zu 50 Kilometern rein elektrisch zurücklegen", erklärt Reinholdsson". Rein elektrisch fährt der V60 maximal 120 km/h.

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Im Fahrbetrieb zeigt sich der Diesel-Hybrid kräftig, doch man hat nie das Gefühl, mit rund 280 PS unterwegs zu sein oder über 640 Newtonmeter maximales Drehmoment zu verfügen. Auch merkt man schnell, die mit dem Verbrenner betriebene Vorderachse und die elektrische Hinterachse es nicht mit einem dynamisch abgestimmten Allradantrieb mit realem Durchtrieb einer Kardanwelle aufnehmen können.

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Der Kraftfluss an die Hinterachse ist über das Fahrverhalten des Volvo genauso gut zu erkennen wie durch die Anzeige auf dem Informationsdisplay.

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Ein Problem des Volvo V60 D6 AWD sind die 200 Batteriezellen, die mit ihren 11,2 Kilowattstunden satt auf der Hinterachse liegen. "Wir haben durch das Akkupaket ein Mehrgewicht von rund 250 Kilogramm", erklärt Reinholdsson. Die knapp 2,1 Tonnen fühlen sich im Fahrbetrieb schwer an. Immerhin: Den Sprint auf 100 km/h schafft der Teilzeit-Allradler in 6,2 Sekunden die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h.

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Der Hybrid-V60 fährt sich weitgehend unspektakulär. Beim Heranbremsen an eine Kreuzung ruckelt es bisweilen. Reinholdsson: "Wir sind derzeit noch bei der Abstimmung der Regelsysteme. Bei den Serienfahrzeugen Ende des Jahres wird man davon natürlich nichts merken." Derzeit seien knapp 50 Prototypen unterwegs, um die letzten Feinheiten am Fahrzeug nachzuschleifen.

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Nicht verbessern wird sich die lange Ladezeit, ehe das Batteriepack des Volvo wieder bei Kräften ist. An einer normalen Steckdose benötigt der Akku bis zu 7,5 Stunden ehe er wieder voll ist. Viel vertane Zeit für eine elektrische Reichweite zwischen 30 und 50 Kilometern. Da bringt es auch wenig, dass man den Ladezustand der Batterie oder den Startzyklus des Ladevorgangs auf seinem Mobiltelefon jederzeit kontrollieren kann. Selbst wer mit zehn Ampere lädt, braucht noch immer viereinhalb Stunden. Der Fahrer kann sich zwischen den drei Fahrmodi Pure (rein elektrisch), Hybrid und Power entscheiden.

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Nur im Power-Modus steht die volle Gesamtleistung von 280 PS zur Verfügung. "Im Hybridmodus sparen wir 15 bis 20 Prozent an Kraftstoff", so Per-Arne Reinholdsson, "zudem gibt es einen save-for-later-Modus, mit dem wir eine rein elektrische Restreichweite von 20 Kilometern zurückhalten, die man später zum Beispiel in der Innenstadt nutzen kann."

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Ärgerlich ist die Reduzierung des Tankvolumens von 67 auf gerade einmal 43 Liter. Während der Volvo V60 D5 AWD einen Normverbrauch von 6,4 Litern Diesel hat, gab sich der Schwede bei den Testfahrten mit 5,2 bis 5,6 Litern zufrieden. Der Normverbrauch mit vollem Akku soll bei wenig glaubhaften 1,9 Litern liegen.

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Im Innenraum ist der Unterschied zwischen normalem V60 und dem Plug-In-Hybrid abgesehen von dem elektrisierend illuminierten Automatikwählhebel (im Bild) kaum zu bemerken. Ähnlich wie der neue Volvo V40 ist auch die Hybridversion des V60 mit TFT-Instrumenten ausgestattet, die sich in vier frei wählbaren Themen zwischen Hybrid- und Sportmodus präsentieren.

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Das Kofferraumvolumen ist durch die Batterien über der Hinterachse nur leicht eingeschränkt. Der Ladeboden ist sechs Zentimeter höher als bei einem Modell ohne Hybridtechnik. Das Ladevolumen reduziert sich dadurch von 430 auf rund 300 Liter. Immerhin bleibt noch die umklappbare Rückbank. Nicht nur deshalb wird es der Volvo V60 D6 AWD wohl schwer haben sich auf dem Markt zu behaupten. Zumal bei diesem Preis.

© süddeutsche.de/pi/goro/lala
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