Volkswagen-Strategie VW verbündet sich mit mehreren Partnern

Alte Zöpfe abzuschneiden, ist ein Lieblingsspiel auf der CES. Die Leistungsexplosion bei den Halbleitern befeuert große Visionen - etwa zu Robotertaxis. "Bis 2050 soll es eine Milliarde Menschen zusätzlich geben. Der weltweite Straßenverkehr wird sich auf über 40 Trillionen Kilometer pro Jahr verdreifachen. Das ist ohne alternative Mobilitätslösungen mit autonomen Fahrzeugen nicht mehr möglich", erwartet Huang.

Elektromobilität und alternative Antriebe Machen die Kunden bei der E-Auto-Offensive mit?
Elektroautos

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Er ist nicht der einzige neue Technologie-Partner von VW. Die Wolfsburger haben sich auch mit Chris Urmson verbündet. Bei fahrerlosen Autos kennt sich kaum jemand besser aus als er. Schon 2009 schickte der Robotik-Experte autonome Testfahrzeuge auf öffentliche Straßen. Unter seiner Leitung haben die Google-Erprobungsfahrzeuge 1,8 Millionen Kilometer zurückgelegt. Dann verließ Urmson den IT-Konzern, gründete seine eigene Entwicklungsfirma Aurora - und kam mit den Wolfsburgern ins Geschäft.

Etwa 400 Unternehmen arbeiten am autonomen Fahren

Die eiförmigen Google-Autos haben die traditionellen Hersteller genauso aufgeschreckt wie später der Diesel-Abgas-Skandal. Kurz nach dessen Enthüllung kam Johann Jungwirth zu VW - als führender Digitalstratege. Zuvor hatte er unter anderem bei Apple das Programm für selbstfahrende Autos geleitet. Jungwirth kennt Chris Urmson schon lange. Jetzt hat er ihm und Sterling Andersen, Teslas ehemaligem Chefentwickler für den berühmt-berüchtigten Autopiloten, die Entwicklung des selbstfahrenden Supercomputers übertragen. Auf der CES gaben die Aurora-Gründer auch Partnerschaften mit Nvidia und Uber bekannt. Damit gelingt dem Start-up in kurzer Zeit der Sprung in die erste Liga.

Der Wettlauf bei der Entwicklung der selbstfahrenden Autos ist groß. Etwa 400 Firmen arbeiten heute am autonomen Fahren. Volvo lässt bereits durchblicken, dass man die Komplexität der Aufgabe unterschätzt habe. Doch die wichtigsten Konkurrenten der Partner VW, Aurora und Nvidia sitzen in Deutschland. Einerseits die Kooperationspartner Bosch und Mercedes, andererseits die Gruppe um BMW, Intel und Mobileye. Alle investieren Milliardenbeträge, um bei den selbstfahrenden Autos führend zu sein.

Auch Google arbeitet weiter mit Hochdruck an einer solchen Software-Plattform. Der IT-Gigant hat zwar keinen Stand auf der CES. Doch am Las Vegas Strip künden haushohe digitale Plakatwände von Googles neuem Sprachassistenten. Sie wirken wie der Albtraum der Autokonzerne: irgendwann nur noch bloße Hardware-Lieferanten für die Firmen aus dem Silicon Valley zu sein.

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