Vespa PX Wie in alten Tagen

Wie auf einer Zeitreise in die Vergangenheit: Vier Jahre nach dem Stopp der Produktion läuft die legendäre Vespa PX 125 jetzt wieder vom Band - ein längst vergessen geglaubtes Rollergefühl lebt wieder auf.

Die Zahl ist imposant: Mehr als drei Millionen Vespa PX wurden in der Vergangenheit weltweit verkauft - so viele wie von keinem anderen Modell in der 65-jährigen Geschichte der italienischen Kultmarke.

Pures Vergnügen: Die neue, alte Vespa PX ist ideal für die Stadt.

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Vier Jahre nach dem Stopp der Produktion läuft die legendäre Vespa PX 125 jetzt wieder vom Band. Mit dem Revival des Zweitaktrollers mit Handschaltung reagiert Piaggio auf den Erfolg der LML Star aus Indien

Die für Vespa typische Blechkarosserie, das minimalistische Design, die eigenständige Führung des Vorderrades über eine Kurzschwinge, die Handschaltung sowie das Fußbremspedal haben sich bei der PX bis heute halten können. Und so hat sich, abgesehen von Elektrostarter oder Scheibenbremsen, die PX kaum verändert. Genau das aber macht ihren Reiz aus. Wo andere Roller vergleichsweise langweilige Automatiktechnik bieten, fühlt man sich auf einer PX immer wie auf einer Zeitreise in die eigene Vergangenheit.

Doch leider haben die Techniker in Pontedera die Zweitakttechnik nicht weiter entwickelt; und den im Laufe der Zeit immer strenger werdenden Lärm- und Abgasvorschriften begegneten sie mit Hilfsmodifikationen, die das einstmals kraftstrotzende Herz in ein altersschwaches, aber zulassungsfähiges Organ verwandelten.

Von den einstmals 12 PS blieben gerade einmal 7,6 PS bei der letzten PX 125 übrig, als deren Produktion 2007 zum 30-jährigen Jubiläum eingestellt wurde. Den Einbau des hauseigenen Viertaktmotors traute man sich nicht.

Große Wendigkeit

Heute, vier Jahre später, laufen die Produktionsbänder wieder an. Die PX erlebt ein Revival mit 125 und 150 Kubik. Und es war der Markt, der die Marketingstrategen in Pontedera zwang, zu reagieren. Der ehemalige Piaggio-Partner LML Motors, der vor allem für den indischen Markt Vespa-Modelle produziert, exportiert inzwischen die PX-Kopie Star Deluxe 125 sehr erfolgreich auf den europäischen Markt - auch nach Deutschland. Allein in Italien verkaufte LML im vergangenen Jahr mehr als 4000 Fahrzeuge, da konnte Piaggio nicht mehr tatenlos zuschauen.

Im Gegensatz zur LML Star, die mit einem luftgekühlten Einzylinder-Viertaktmotor ausgestattet ist, wird die neue Vespa PX weiterhin vom altbekannten Zweitakter mit 123 Kubik angetrieben. Um die Euro-3-Norm zu erfüllen, verpassten die Italiener dem PX-Motor ein Sekundärluftsystem und einen neuen, ungeregelten Katalysator.

Geschaltet wird mit der bekannten Vierganghandschaltung am linken Lenkerende, wo sich auch der Kupplungshebel befindet. Im Hinterrad findet sich eine Trommelbremse, vorne arbeitet eine 200er-Scheibe. Das Fahrwerk aus Einarmschwinge vorne und Triebsatzschwinge hinten bietet den Komfort einer Seifenkiste.

Die kleinen Zehn-Zoll-Stahlräder mit einem Radstand von 1,26 Meter sorgen zwar für eine große Wendigkeit, perfekten Geradeauslauf darf man allerdings nicht erwarten. Grund dafür ist auch der seitlich angebrachte Motor, der sich hinter einer abnehmbaren Blechbacke verbirgt; links versteckt sich das Reserverad.

3540 Euro möchte Piaggio für den Roller haben, echte Fans wird das nicht abschrecken. Die anderen werden aber vielleicht doch zur LML-Alternative greifen, die mit acht PS mehr Leistung hat und nur 2799 Euro kostet.

Das Vespa-Gefühl

Italienische Momente