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Verschleißteile:Welche Autoteile gehen am häufigsten kaputt?

Nicht alle Bauteile halten ein ganzes Autoleben lang. Bei Kupplung und Reifen ist zum Beispiel von Anfang an klar, dass sie durch die starke Beanspruchung früher oder später kaputt gehen. Ein Überblick über die sogenannten Verschleißteile.

Von Julia Halbig

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Gebrauchtwagen Autokauf Gebrauchtwagenhändler Auspuff

Quelle: Alessandra Schellnegger

Nicht alle Bauteile halten ein ganzes Autoleben lang. Bei Kupplung und Bremsen ist von Anfang an klar, dass sie durch die starke Beanspruchung früher oder später kaputt gehen. Ein Überblick über die sogenannten Verschleißteile.

Auspuff

Da liegt der Kauf des Gebrauchtwagen erst ein paar Wochen zurück und schon gibt es einen Schaden am Auspuff. Der gewerbliche Verkäufer müsste zwar mindestens ein Jahr für das Auto haften, verweist aber darauf, dass die Abgasanlage ein typisches Verschleißteil sei. Nur bei einem Sachmangel ist er verpflichtet, den Schaden zu reparieren. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erklärt die rechtliche Situation: "Ob der Verkäufer für den Mangel an einer Ware haften muss, hängt einzig und allein davon ab, ob ein Sachmangel vorliegt und ob dieser Fehler/Defekt schon existiert hat oder im Keim bereits angelegt war, als das Produkt dem Käufer übergeben wurde."

Bei einer Auspuffanlage empfiehlt der TÜV Süd vor dem Autokauf eine Sichtprüfung. Löcher und starke Abnutzungen kann auch jemand entdecken, der sich mit Autos nicht auskennt. Für eine qualifizierte Einschätzung der Anlage wäre jedoch eine Hebebühne notwendig, damit sich ein Fachmann den Wagen von unten anschauen kann.

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Verschleißteile:Glühstift/Glühkerze

Gebrauchtwagen Autokauf Glühstift Glühkerze Verschleißteile

Quelle: dpa/dpaweb

Glühstifte (auch bekannt als Glühkerzen) sorgen für eine schnelle Erwärmung des Brennraums bei Dieselmotoren. Mit der Zeit werden Sie immer weniger heiß, der Startvorgang dauert länger - ein klassisches Beispiel für Verschleiß.

Wenn ein Käufer vermutet, dass der Schaden an seinem Gebrauchtwagen nicht durch bloße Abnutzung entstanden ist und schon beim Verkauf vorlag, dann muss er dies beweisen. Es gibt zahlreiche Rechtsstreitigkeiten zu diesem Thema. In der Regel muss beim Defekt eines typischen Verschleißteils im Einzelfall geprüft werden, ob es sich um Abnutzung oder einen Mangel handelt. Häufig ist ein Sachverständigengutachten nötig - unter anderem bieten Dekra und der TÜV eine solche Prüfung an. Liegt tatsächlich ein Mangel vor, hat der Käufer das Recht auf Nacherfüllung durch den Verkäufer.

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Verschleißteile:Kupplung

Gebrauchtwagen Autokauf Verschleißteile Kupplung

Quelle: Kaarsten - Fotolia

Wie lange die Kupplung in einem Auto durchhält, hängt vom Fahrer und seiner Fahrweise ab: Ist er überwiegend in der Stadt unterwegs (häufiges Anfahren mit verbundenem Ein- und Auskuppeln), so wird die Kupplung stärker beansprucht als bei jemandem mit gleicher Fahrleistung, der sich vorrangig auf der Autobahn fortbewegt. Eine abgenutzte Kupplung kann sich schon bei der Probefahrt bemerkbar machen: Wenn der Pedalweg lang ist, die Kupplung an keinem definierten Punkt mehr greift und das Auto nur mit viel Gas von der Stelle wegkommt, dann sollte das Fahrzeug in einer Werkstatt überprüft werden, empfiehlt der TÜV Süd.

Der ADAC führt Kupplung, Abgasanlage und die weiteren Beispiele als typische Verschleißteile auf. Doch auch hier kann es Ausnahmen geben. Da die Abgrenzung zwischen Verschleiß und Sachmangel in der Praxis oft äußerst schwierig ist, stellt der Automobilclub im Internet eine Liste von Gerichtsurteilen zur Verfügung, die bei der Einordnung hilfreich sein kann.

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Verschleißteile:Bremse

Gebrauchtwagen Gebrauchtwagenkauf Verschleißteile Bremsen Bremslichter

Quelle: dpa

Bei jedem Tritt auf das Bremspedal reibt sich der Bremsbelag an der Bremsscheibe ab. Das macht Scheiben und Beläge zu anfälligen Verschleißteilen im Auto. Für einen Laien ist nur schwer erkennbar, ob bei der Bremse eine starke Abnutzung vorliegt - vor allem, wenn die Reifen montiert sind und den Blick auf die Bremsanlage versperren. Die gefahrenen Kilometer geben in der Regel auch keinen Aufschluss über den Zustand der Bremsen, da dieser stark vom Fahrstil des Vorbesitzers und dem Autotyp abhängt. Unbedingt sollten Kaufinteressenten in die Unterlagen der letzten Hauptuntersuchung schauen, um festzustellen, ob darin Probleme mit der Bremsanlage vermerkt sind.

Da die Überprüfung eines Gebrauchtwagens für Laien sehr schwer ist, bieten Prüforganisationen verschiedene Checks für bestimmte Einzelteile oder das gesamte Auto an. Beim TÜV Süd kostet eine komplette Prüfung knapp 80 Euro - eine Ausgabe, die sich vor dem Kauf eines teuren Gebrauchtwagens durchaus lohnen kann.

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Verschleißteile:Autobatterie

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Quelle: Horst Schmidt - Fotolia

Die Batterie ist die Pannenursache Nummer eins bei Autos - das geht aus der aktuellen ADAC-Pannenstatistik hervor. Jede dritte Panne soll demnach auf eine defekte oder entladene Batterie zurückgehen (Stand April 2016). Übrigens waren auch neue Autos davon betroffen. Die durchschnittliche Lebensdauer einer Batterie beträgt laut ADAC nur fünf bis sieben Jahre.

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Verschleißteile:Autoreifen

Recycling von Autoreifen in Singapur

Quelle: dpa

Reifen altern sogar, wenn sie nicht benutzt werden. Mit der Zeit nimmt auch die Sicherheit deutlich ab. Daher sollten Reifen, die älter als acht Jahre sind, nicht mehr verwendet werden, empfiehlt der ADAC. Die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 Millimeter - allerdings nimmt die Straßenhaftung bei Reifen schon deutlich früher ab. Spätestens bei zwei bis 2,5 Millimeter bei Sommerreifen und vier Millimeter bei Winterreifen ist laut ADAC eine Erneuerung notwendig.

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Verschleißteile:Scheinwerfer

Straße im Regen

Quelle: dpa

Ein Autolämpchen kann schnell mal seinen Geist aufgeben. Und das ist nicht nur gefährlich: Beim Fahren ohne ordnungsgemäße Beleuchtung kann ein Bußgeld von mindestens 20 Euro auf einen zukommen. Der ADAC empfiehlt deshalb, passende Ersatzlampen im Fahrzeug zu deponieren. Auch vor dem Gebrauchtwagen-Kauf kann es sich lohnen, die Lampen zu kontrollieren. Bei manchen Modellen sind die Ersatzteile teuer und der Austausch manchmal nur durch einen Fachmann möglich.

Was gibt es beim Autokauf im Internet zu beachten? Wie erkenne ich, ob das Fahrzeug einen Unfallschaden gehabt hat? Was muss ich für die Probefahrt wissen? Antworten auf diese und anderen Fragen finden Sie unserem Ratgeber Gebrauchtwagenkauf.

© Süddeutsche.de/dd/gor
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