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Unfallstatistik 2018:Immer mehr Radler sterben im Straßenverkehr

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Ein sogenanntes Geisterrad in Berlin: Während Autofahren über die Jahre immer sicherer wurde, steigt die Zahl der verletzten und getöteten Radfahrer.

(Foto: imago/Jürgen Ritter)
  • Laut Statistischem Bundesamt kamen 2018 mehr Menschen im deutschen Straßenverkehr ums Leben als im Jahr zuvor.
  • Besonders stark stieg die Zahl der verletzten und getöteten Radfahrer.
  • Am gefährlichsten sind weiterhin Landstraßen, wo mehr als jeder zweite tödliche Unfall passierte.

Deutschland ist weit davon entfernt, das Ziel von "null Verkehrstoten" (Vision Zero) zu erreichen. Im Gegenteil: Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen jetzt, dass im vergangenen Jahr sogar mehr Menschen auf den Straßen ums Leben kamen und verletzt wurden als noch 2017. Besonders drastisch ist der Anstieg bei Fahrradunfällen.

Vorläufige Ergebnisse, die auf diesen Negativtrend hindeuteten, hatte das Bundesamt bereits im Februar veröffentlicht, jetzt stehen die endgültigen Zahlen fest. Demnach starben 2018 bei Verkehrsunfällen in Deutschland 3275 Menschen. Das waren 95 mehr als 2017, ein Plus von drei Prozent. Weitere 396 000 Menschen wurden verletzt, was einer Zunahme von 5706 oder 1,5 Prozent entspricht. Besonders stark fiel der Anstieg bei Radfahrern aus. Im vergangenen Jahr gab es elf Prozent mehr Radunfälle, die Zahl der getöteten Radler stieg sogar um 17 Prozent.

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Auch der langfristige Trend zeigt: Es kommt darauf an, mit welchem Verkehrsmittel man unterwegs ist. Die Zahl der getöteten Autoinsassen lag 2018 um 22,6 Prozent niedriger als noch 2010. Bei Fußgängern sowie Menschen, die mit einem Kraftrad wie einem Mofa oder einem Motorrad ums Leben kamen, fielen die Rückgänge mit 3,8 Prozent beziehungsweise 1,7 Prozent deutlich geringer aus. Dagegen ist die Zahl der getöteten Fahrradfahrer im Vergleich zu 2010 um 16,8 Prozent gestiegen. Allerdings sind auch immer mehr Menschen mit dem Fahrrad unterwegs sind, was die Statistik nicht berücksichtigt.

Täglich stirbt ein Radfahrer

Der Radfahrverband ADFC ist dennoch alarmiert durch die steigenden Unfallzahlen und kritisiert das schleppende Tempo beim Radwegeausbau. "Es ist bedrückend: Täglich stirbt mindestens eine Radfahrerin oder ein Radfahrer auf unseren Straßen und alle halbe Stunde wird eine Person auf dem Rad schwer verletzt. Tendenz steigend, nicht fallend, wie politisch gewünscht", so Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork.

Unter den 2018 getöteten Radfahrern waren laut ADFC 21 Kinder, sechs von ihnen starben durch rechtsabbiegende Lastwagen. Was die Statistiken auch zeigen: Etwa zwei Drittel aller Fahrradunfälle sind Kollisionen mit Autos. Hauptschuld trägt in den meisten Fällen (75 Prozent) der Autofahrer. Nur bei jedem fünften Unfall stürzt der Radfahrer ohne Fremdbeteiligung. Deshalb fordert der ADFC, die Verkehrsräume von Radfahrern und Autoverkehr konsequent voneinander zu trennen.

Wie in den Vorjahren ereigneten sich auch 2018 die meisten Verkehrsunfälle innerorts (69 Prozent), jedoch wurden hier nur 30 Prozent der Getöteten registriert. Am gefährlichsten sind weiterhin Landstraßen. Dort ereignete sich jeder vierte Unfall, allerdings mehr als jeder zweite tödliche Crash. Auf den Autobahnen wurden 6,7 Prozent aller Unfälle mit Verletzten und 12,9 Prozent aller tödlichen Crashs gezählt.

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