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Urlaub mit einem historischen Reisemobil:In den 80ern wurden die Wohnmobile teurer

"Urlaub im T2 war schön, ich hätte es mir gar nicht besser vorstellen können", berichtet Steinke. "Zwar war das Sitzen bei langen Fahrten anstrengend, aber der Wohnkomfort war gut." Während der Fahrt saßen die Kinder hinten, es gab ausreichend Platz. Auch hatten vier bis fünf Personen durch kleine Umbauten genügend Liegefläche zum Schlafen.

Dann kam die nächste Generation, der T3, und mit ihm die Ausführung Joker. Das Westfalia-Konzept bewährte sich auch hier, doch die vielen kleinen Extras kosteten Geld: Die bisher erschwingliche Freiheit auf vier Rädern wurde teuer. In den 80er Jahren erlebte der Wohnmobilbau einen Boom, der Komfort ließ kaum noch Wünsche offen. In den Angeboten zahlreicher Ausstatter fanden sich opulente Sitzgruppen, abgehängte Decken, Lichtsäulen und verschiebbare Leselampen.

Camper mit Kultcharakter: Der VW Bulli

Der 1979 erstmals gebaute T3 ist auch heute noch eine gute Wahl für Camper. Motor und Technik sind zuverlässig, gut erhaltene Fahrzeuge sind noch erschwinglich.

(Foto: dpa-tmn)

Nostalgische Campinggefühle ab 9000 Euro

Westfalia entwickelte schon früh auch für andere Autobauer komfortables Interieur. Der Mercedes-Benz James Cook, damals eines der ersten Wohnmobile mit Nasszelle, brachte 1977 den Durchbruch. Mitbewerber Erich Hymer gelang dieser 1971 auf dem Caravan Salon mit dem ersten Hymer Reisemobil auf einem Mercedes-Fahrgestell. Winfried Voss aus Berlin ist Camper mit Leib und Seele. Seit mehr als 40 Jahren verreist der Maschinenbau-Ingenieur im Wohnmobil. "Ich kann mir nichts Besseres vorstellen", schwärmt er. Klassiker hätten den Vorteil, dass sie ohne elektronische Steuergeräte auskämen und sich kaputte Teile daher oft günstig und leicht reparieren ließen.

Das bestätigt die dreiköpfige Familie Flückiger aus der Schweiz, die seit August 2012 in einer Renault Estafette aus dem Baujahr 1972 durch die Welt tourt. Diverse Pannen konnten sie immer schnell genug beheben, bevor die Stimmung auf ihrer Weltreise kippte. "Das Schönste am Urlaub mit dem Fahrzeug ist, dass man von allen Seiten bewundert wird, dass unsere Kiste die weite Reise bis jetzt gut überstanden hat", schrieb Werner Flückiger aus Nepal. Wer ausprobieren möchte, wie sich Urlaub zu Omas Zeiten anfühlt: Die Modelle VW T3, Renault Estafette oder Hymermobil werden im passablen Zustand ab 9000 Euro gehandelt. Historische VW-Bullis können Camper auch leihen.

© Süddeutsche.de/dpa/goro/cag
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