TV im Auto Verbotene Unterhaltung

Der entscheidende Unterschied zum Analogfernsehen ist, dass die DVB-T-Technik auch während der Fahrt bis zu hohen Geschwindigkeiten ruckelfreie Bilder liefert.

Analoger Fernsehempfang war laut Siedler bislang ohne Störungen nur im Stand möglich. "Daher war es auch nur eine kleine Schar von Leuten, die das im Auto hatte."

Während das TV-Equipment von Blaupunkt im Auto fest montiert wird, liefern andere Hersteller flexible Lösungen. Das Unternehmen TerraTec in Nettetal (NRW) etwa bietet dazu einen USB-Stick mit Software an.

Der Stick wird nach Angaben von Produktmanager Martin Hopp einfach in die Buchse eines Laptops gestöpselt und mit zwei Kurzantennen verbunden, die sich per Saugnapf an der Fensterscheibe befestigen lassen. Die Technik des Cinergy DT USB XS Diversity empfängt laut Hopp das DVB-T-Signal mehrfach und verschmilzt es zu einem neuen, qualitativ besseren. Störungsfrei funktionieren soll das bis zu Tempo 130.

Auf dem Land wird vorerst nicht geschaut

Der Nachteil von DVB-T ist nach Angaben von Joachim Siedler jedoch die eingeschränkte Verfügbarkeit. So werden Fernsehprogramme noch nicht in allen Gegenden Deutschlands in dem digitalen Signal ausgestrahlt. Zurzeit werden vor allem die Ballungsräume abgedeckt. Auf Strecken über Land sei DVB-T dagegen noch nicht zu empfangen.

Weitere Nachteile können sich für die Verkehrssicherheit ergeben. So ist bei den USB-Lösungen nicht auszuschließen, dass das Notebook beim heftigen Bremsen durch den Innenraum saust - immerhin ist es im Auto in der Regel nicht rutschfest eingebaut.

Dann doch besser streiten

Bei allen Systemen lässt sich außerdem nicht ausschließen, dass Autofahrer ihren Fernsehempfänger auch während der Fahrt anschalten - "was natürlich ein Wahnsinn ist", so ADAC-Sprecher Maximilian Maurer in München. So sei die Gefahr der Ablenkung vom Verkehrsgeschehen zu groß. "Der Autofahrer darf während der Fahrt nicht fernsehen", sagt Maurer.

Das gehe aus Paragraf 23, Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung hervor. Unter "Sonstige Pflichten des Fahrzeugführers" heißt es dort: "Der Fahrzeugführer ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden."

Diese Formulierung schließt laut Maurer Vieles ein: "Da fällt der Streit mit der Beifahrerin drunter, der Kopfhörer oder eben ein TV-Display - alles, was den Fahrer ablenken könnte." Wer bei der Fahrt nebenbei ein Fernsehprogramm verfolgt, sollte sich der drohenden straf- und versicherungsrechtlichen Konsequenzen bewusst sein: "Fernzusehen bei der Fahrt, grenzt ja fast schon an Vorsatz."