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Tunneltest:Europas Tunnel werden sicherer

ADAC Tunneltest Jagdbergtunnel

Der Jagdbergtunnel bei Jena (Thüringen) landete beim ADAC-Tunneltest 2015 auf Platz drei.

(Foto: picture alliance / dpa)
  • Der ADAC hat 20 Tunnel in fünf europäischen Ländern getestet: 14 bekamen die Note "sehr gut", sechs die Note "gut".
  • Am besten schnitt ein Tunnel in Thüringen ab, das schlechteste Ergebnis erreichte eine Röhre in der Schweiz.

Geht es um Sicherheit, sind Europas Tunnel mindestens gut: Mit 14 mal "sehr gut" und sechs Mal "gut" erreichte der ADAC-Tunneltest 2015 das beste Ergebnis seiner Geschichte. Der Autoclub testete in diesem Jahr 20 Tunnel in fünf europäischen Ländern, keiner schnitt schlechter als "gut" ab.

Der sicherste Tunnel liegt in Thüringen

Klassenbester wurde der Tunnel Berg Bock auf der A 71 (Erfurt - Schweinfurt) bei Suhl. Die beiden knapp drei Kilometer langen Röhren zeichnen sich durch gut gekennzeichnete Flucht- und Rettungswege aus, in die kein Rauch eindringen kann. Ebenfalls vorbildlich: die lückenlose Videoüberwachung, gegen Lärm geschützte Notrufstationen mit Feuerlöschern, das automatische Brandmeldesystem und befahrbare Rettungswege. Die Tunnelbetreiber unterhalten eine eigene Feuerwehr und beschäftigen dem ADAC zufolge gut geschultes Personal.

Nur knapp dahinter platzierten sich der Rennsteigtunnel bei Suhl/Zella-Mehlis, der ebenfalls auf der A 71 liegende und mit knapp acht Kilometern längste Straßentunnel Deutschlands, und der Tunnel Jagdberg auf der A 4 bei Jena. Zugute kommt diesen Röhren ihr Alter: Der Tunnel Berg Bock wurde 2002 eröffnet, der Rennsteigtunnel ein Jahr später und der Tunnel Jagdberg erst 2014. Aber auch der Roppener Tunnel an der A 12 bei Imst in Österreich, der bereits 1990 eröffnet, aber vor fünf Jahren umfangreich modernisiert wurde, schnitt gut ab.

Die Bewertungstabelle des ADAC-Tunneltests 2015

Bewertungstabelle des Tunneltests.

(Foto: Infografik des ADAC)

Am schlechtesten schnitt ein Schweizer Tunnel ab

Obwohl er die Note "gut" erreichte, schnitt der Schweizer Gotthard-Tunnel auf der A 2 zwischen Basel und Chiasso am schlechtesten ab. Der größte Nachteil des 35 Jahre alten Tunnels ist sein Ein-Röhren-System, durch das sich der Verkehr in beide Richtungen bewegt. Die hohe Verkehrsbelastung von etwa 17 500 Fahrzeugen pro Tag, darunter viele Lastwagen, und die langen Steigungen vor dem Tunnel stellen weitere Risiken dar.

EU-Richtlinie zeigt Wirkung

Der ADAC ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die 2004 beschlossene EU-Richtlinie zu Mindestanforderungen an die Sicherheit von Tunneln zeige Wirkung, erläuterte der Autoclub. Geprüft wurden unter anderem Brandschutz, Lüftung, Beleuchtung sowie Flucht- und Rettungswege. Beanstandet wurden in den meisten Fällen eher Kleinigkeiten wie dunkel gestrichene Wände, eine hohe Anzahl an Staus oder wegen des Verkehrslärms schwer verständliche Notrufsysteme.

Anlass für den ADAC-Tunneltest, der seit 1999 durchgeführt wird, waren die Brandkatastrophen im Mont-Blanc- und im Tauerntunnel im selben Jahr. Seitdem hat der Autoclub annähernd 400 Röhren in 21 europäischen Ländern überprüft - und eine stetige Verbesserung festgestellt.

© SZ.de/dpa/harl/dgr/rus

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