Tucker Torpedo:Der gescheiterte Traum

Lesezeit: 2 min

Vor 60 Jahren kam der Tucker Torpedo auf den Markt - ein revolutionäres Auto. Es scheiterte - aber viele der Innovationen von einst finden sich noch heute in aktuellen Modellen.

Günther Fischer

Die richtige Idee zu richtigen Zeit. Das klingt einfach, es gelingt aber längst nicht immer oder jedem. Preston Tucker jedenfalls, ein genialer Tüftler aus Capac, Michigan, wollte nichts Geringeres als "das beste Auto der Welt bauen". Den Wagen, den Tucker dann völlig in Eigenregie konstruierte, nannte er Tucker Torpedo - und sein zentrales Interesse als Konstrukteur war es dabei, die Risiken des Autofahrens zu minimieren.

Tucker Torpedo: Der Bequemlichkeit zuliebe: Türen, die sich gegenläufig öffnen.

Der Bequemlichkeit zuliebe: Türen, die sich gegenläufig öffnen.

(Foto: Foto: oH)

Das Ergebnis: einer der fortschrittlichsten Personenkraftwagen seiner Zeit - mit technischen Finessen und Ideen, die sich als so wegweisend und so visionär erwiesen, dass sie zum Teil erst viele Jahrzehnte später in die Massenherstellung von Autos einfließen sollten und sich noch heute in aktuellen Modellen wiederfinden.

So hatte der Tucker Torpedo zum Beipiel bereits Sicherheitsgurte und eine Windschutzscheibe, die bei einem Aufprall keinerlei Gefahr für die Insassen darstellte, weil sie aus splitterfreiem Glas hergestellt war. Auch Hebel und Bedienungselemente waren quasi verletzungsfrei konstruiert - Tucker integrierte sie in ein gepolstertes Armaturenbrett. Ein mittig in der Fahrzeugfront angebrachter Scheinwerfer, das sogenannte "Zyklopenauge", schwenkte in den Kurven mit - es ist quasi ein früher Vorläufer des heute so aktuellen aktiven Kurvenlichts. Dazu kamen Einzelradaufhängung (!), Scheibenbremsen, eine 24-Volt-Bordelektrik und der Einsatz von Gummi bei der Federung.

Auch die Motorisierung des für 2450 Dollar angebotenen Wagens war für das Jahr 1948 erstaunlich und machte den Tucker Torpedo stark und schnell: Nach Fehlversuchen mit einem zu schweren 9,7-Liter-Boxermotor kam schließlich ein 168 PS starker 6-Zylinder-5,5-Liter-Heckmotor eines Hubschraubers zum Einsatz. Allerdings legte Tucker auch hier Hand an: Er verdedelte den Motor mit einer hydraulischen Ventilsteuerung kam zum Einsatz und einer Benzineinspritzung.

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