bedeckt München
vgwortpixel

Toyota und der deutsche Markt:Rückrufe als Warnschüsse

Vorstellung des neuen Toyota Crown Royal

Vorstellung des Toyota Crown Royal. Die Limousine ist in Japan vor allem als Taxi beliebt. In Europa wird sie nicht angeboten.

(Foto: Bloomberg)

Zuletzt wurden erneut fast 650 000 Autos wegen defekter Airbags zurück in die Werkstätten zurückgerufen, insgesamt sind nun mehr als zwei Millionen Autos weltweit betroffen. Erinnerungen an die Zeit von vor vier Jahren werden wach, damals musste der Konzern Millionen von Autos unter anderem wegen defekter Bremsen zurückrufen. Am Ende war eine Strafzahlung von 1,2 Milliarden Euro in den USA fällig. Dass der Rivale General Motors jetzt fast 30 Millionen Autos zurückrufen musste, ist für die Japaner nur ein schwacher Trost. Denn: So etwas, das weiß man auch in Japan, kann jedem großen Hersteller passieren, der mit vielen Gleichteilen auf wenigen Plattformen produziert.

Im nächsten Jahr wollen die Japaner zum großen Schlag ausholen und mit einem Brennstoffzellen-Auto auf den Markt kommen. Die Strategie kennt man schon: Es ist wie vor Jahren beim Hybridantrieb, damals setzten die Japaner nicht nur neue Standards, sondern auch die Konkurrenz mächtig unter Druck. Verkaufsstart ist in Japan im April 2015. Ein paar Monate später soll es das umgerechnet 50 000 Euro teure Fahrzeug auch in den USA und in Europa geben.

Brennstoffzelle Ein Ingenieurstraum wird Wirklichkeit
Toyotas Brennstoffzellenauto

Ein Ingenieurstraum wird Wirklichkeit

Als einer der ersten Autohersteller bringt Toyota ein Auto mit Wasserstoffantrieb auf den Markt. Und das zu deutlich günstigeren Preisen als bislang angenommen. Plötzlich steht die zuvor zögernde Konkurrenz unter Druck.   Von Max Hägler

Wie einst beim Hybridantrieb

Es ist das Ergebnis jahrzehntelanger Forschung. Die komplizierte Technik funktioniert, verkürzt, so: Der Antrieb basiert auf Hochdruck-Wasserstofftanks und sogenannten Brennstoffzellen, die bei der chemischen Reaktion von Wasser- und Sauerstoff Elektrizität aufbauen. Anders als herkömmliche Elektroautos mit Batterien können es diese Autos mit den Reichweiten normaler Benziner aufnehmen; ausgestoßen wird statt Abgasen reiner Wasserdampf. Der Haken daran ist nur: Es gibt bisher kaum Wasserstoff-Tankstellen. Man werde daran arbeiten, dass die Infrastruktur für die neuen Autos steht, heißt es im Konzern. Und: Es helfe schon, "dass wir nicht die einzigen sind". Hyundai will ebenfalls 2015 starten, und Daimler ist schon seit 2010 dabei, solche Autos zu testen. In Stuttgart soll der Startschuss erst 2017 fallen - dann aber will man schnell auf eine größere Jahresproduktion kommen.

Damals, im Jahr 1997, als die Japaner ihren Hybrid-Prius enthüllten, lächelten viele. Seitdem hat Toyota sechs Millionen davon verkauft. Nun lacht keiner mehr über die technologischen Sprünge aus Japan. Anders als bei Herstellern wie BMW geht man in Tokio nicht davon aus, dass reine, batteriebetriebene Elektroautos die Zukunft sind. Hosoe spricht von "eher kleinen Fahrzeugen für kleinere Strecken". Das klingt jetzt nicht gerade so, als gäbe es bald sportliche Elektrolimousinen von Toyota.