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Tirol:Das müssen Autofahrer zu den Fahrverboten wissen

Fahrverbote in Tirol

Wie schon im Sommer wird die österreichische Polizei auch im Winterhalbjahr mögliche Ausweichrouten kontrollieren.

(Foto: dpa)
  • Tirol sperrt auch im Winterhalbjahr wieder zahlreiche Ausweichrouten für Autofahrer.
  • Betroffen sind Strecken nahe Innsbruck, Schwaz, Reutte und Kufstein.
  • Urlauber, die in gesperrten Bereichen gebucht haben, sind vom Fahrverbot ausgenommen.

Autofahrer auf dem Weg in österreichische Skigebiete müssen sich die gesamte Winter-Saison über an den Wochenenden, aber auch an Feiertagen auf eine längere Anfahrt einstellen: Im Bundesland Tirol werden einige Routen für den überregionalen Durchgangsverkehr vom kommenden Samstag, 21. Dezember bis einschließlich Sonntag, 12. April 2020 gesperrt. Autofahrer können dann nicht mehr von der Autobahn auf Landstraßen ausweichen.

Das Fahrverbot betrifft auch die Weihnachtsfeiertage, Neujahr, Heiligdreikönig (6. Januar) sowie den Ostermontag (13. April). Die Sperrungen gelten an den Samstagen jeweils von 7 bis 19 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 17 Uhr. Frei befahrbar sind alle Autobahnen sowie die Brennerbundesstraße (B182), die Fernpassroute (B179) und der Zirler Berg (B177). Gäste, die im Bereich der gesperrten Straßen gebucht haben, Anwohner und Besucher von Anwohnern dürfen passieren.

Die Polizei überwacht die Einhaltung der Fahrverbote mit mobilen und stationären Einheiten. Auf den Autobahnen sollen bereits frühzeitig elektronische Anzeigetafeln auf die Fahrverbote hinweisen. Autofahrer, die dennoch abgefahren sind, sollen durch eine entsprechende Beschilderung im Bereich der Landesstraßen wieder auf die Autobahn zurückgeleitet werden.

Auch der Versuch, sich vom Navi um den bevorstehenden Stau herumleiten zu lassen, dürfte scheitern. Die Fahrverbotsstrecken werden von der österreichischen Verkehrspolizei in das Verkehrsinformationssystem des Innenministeriums eingespielt und stehen so Navi-Betreibern zur Verfügung.

Die betroffenen Strecken liegen im Raum Innsbruck (L38 Ellbögener Straße), im Raum Schwaz (L7 Jenbacherstraße), im Raum Reutte (L69 Reuttener Straße / L288 Pinswanger Straße / L288-0-A1 Zufahrtsstraße nach Pflach) und im Raum Kufstein ( L 211 Unterinntalstraße, L 295 Buchberger Straße, Gemeindestraße Endach/Kufstein, Alte Erler Straße). Das Bundesland Tirol sowie der ADAC bieten auf Karten eine Übersicht, welche Streckenabschnitte jeweils von der Sperrung betroffen sind.

Bereits zur Hauptreisezeit im Sommer hatte Tirol von Ende Juni bis Mitte September einige Landstraßenabschnitte im Bereich von Autobahnen als Ausweichrouten gesperrt. Landeshauptmann Günther Platter bezeichnete seine Entscheidung damals als "Notwehr": "Wir haben an manchen Tagen völligen Verkehrsstillstand. Wir hatten schon Fälle, da kamen Einsatzfahrzeuge der Rettung nicht mehr durch, weil es sich selbst auf Nebenstraßen staute." Deutschlands Verkehrsminister Andreas Scheuer hatte daraufhin eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof angekündigt. Die Zustimmung des Bundeskabinetts dazu steht allerdings noch aus.

Ohne Pickerl bis Kufstein Süd

Schon seit dem vergangenen Samstag (15. Dezember) ist eine weitere Neuregelung in Kraft, die autobahnnahe Landstraßen und Ortschaften entlasten soll: Autofahrer können von Deutschland aus mautfrei auf der Inntalautobahn (A12) bis Kufstein-Süd fahren. Ohne Vignette, das sogenannten Pickerl, sind noch vier weitere vorwiegend grenznahe Autobahnstücken in Österreich befahrbar: der Westautobahn (A1) zwischen dem Walserberg und der Anschlussstelle Salzburg-Nord, der Rheintal/Walgau-Autobahn A14 von Hörbranz bis Hohenems in Vorarlberg, der Linzer Autobahn A26 sowie der noch zu bauenden Bypassbrücke zwischen Linz-Hafenstraße und Urfahr auf der Mühlkreisautobahn A7.

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