Test Peugeot 108, Citroën C1 und Toyota Aygo Kleinste gemeinsame Vielfache

Der Toyota Aygo teilt sich die technische Basis mit dem Peugeot 108 und dem Citroën C1.

(Foto: WGO)

Es sind Drillinge mit unterschiedlichem Design: Peugeot, Citroën und Toyota bauen in Tschechien gemeinsam Kleinwagen. Die Neuauflagen sollen junge Kunden ansprechen. Die interessieren sich vor allem für die Vernetzung mit ihren Smartphones.

Von Michael Specht

Wie Kooperationen in der Autoindustrie auf gar keinen Fall funktionieren, zeigte uns vor zehn Jahren noch die "Welt AG" von DaimlerChrysler. Dass so etwas aber auch ganz ohne Beziehungsstress ablaufen kann, beweisen Peugeot, Citroën und Toyota. Die drei Hersteller bauen seit 2005 im tschechischen Kollin die Kleinwagen 107, C1 und Aygo, technische Drillinge mit leicht unterschiedlichem Design.

Die Neuauflage der drei Kleinen ließ freilich auf sich warten, obwohl inzwischen auch im Segment der Citycars die Ansprüche an Sicherheit und Komfort gestiegen sind. Nach neun Jahren Bauzeit waren die drei Minis hier gehörig in Rückstand geraten. Nun rollt die zweite Generation an den Start. Citroën und Toyota bleiben ihren Typenbezeichnungen treu, Peugeot erhöht analog zu seinen anderen Baureihen letztmalig um einen Zähler. Der Kleine heißt jetzt 108. Alle Drei gibt es als Zwei- oder auch als Viertürer.

Im neuen Peugeot 108 gibt es bessere Ausstattungen als bei den Vorgängern.

(Foto: SOM)

Man hat viel Geld in die Hand genommen. Nicht nur für bessere Ausstattungen und niedrigere Emissionen, sondern auch für eine eigenständigere Optik. Verwechselungsgefahr ist also ausgeschlossen, obwohl 65 Prozent der Bauteile identisch sein sollen. Vor allem das Design des Toyota geht komplett andere Wege. Am auffälligsten sind dabei die ansteigende seitliche Fensterlinie sowie das riesige X in der Front. Manchen mag das zu aggressiv erscheinen. Die Japaner argumentieren das Design aber mit der jungen und hippen Zielgruppe, die man im Visier hat. Wer will, kann das X sogar gegen andersfarbige Exemplare austauschen, ähnlich wie das beim Smart mit den Panels möglich ist.

Abzuraten ist von den Einstiegsversionen

Zählt für Toyota eher der Fun-Faktor, setzen Peugeot und Citroën mehr auf den gediegenen Auftritt. Alle drei kann man aber mit diversen Ausstattungen, Farben und Polstern ganz auf den persönlichen Geschmack zuschneiden. Selbst Klimaautomatik, ein elektrisches Faltdach, Sitzheizung, Leder, eine Rückfahrkamera, das schlüssellose Zugangs- und Startsystem, Touchscreen und ein modernes Infotainment können entweder einzeln bestellt werden oder sind Teil eines Pakets.

Abraten kann man eigentlich nur von den jeweiligen Einstiegsversionen. Zumindest bei den Franzosen. Mögen die C1 (VTi 68) und 108 in der Basis nur 8890 Euro kosten, sie sind absolute Sparmodelle: keine Servolenkung, keine verstellbare Lenksäule, kein Radio, keine Zentralverriegelung, keine elektrischen Fensterheber, keine geteilte Rücksitzbank und kein in der Höhe verstellbarer Fahrersitz.

Das Topmodell des Citroën C1 kostet 14.400 Euro.

(Foto: SOM)

Nicht viel besser steht der Aygo dar. Zwar bietet er wenigstens die Lenkhilfe und einen höhenverstellbaren Fahrersitz, ist aber auch gleich mehr als 1000 Euro teurer. So wundert es nicht, dass alle drei Marketingabteilungen behaupten, der Kunde wähle sowieso gleich die Topausstattung und zahle dafür auch gerne mehr. Toyota schätzt sogar, dass sich mehr als 60 Prozent für den Aygo X-play Touch entscheiden, der bei 12 000 Euro startet. Bei Peugeot wäre es der 108 Allure (ab 13 000 Euro), Citroën verlangt für den C1 VTi 68 Shine mindestens 12 450 Euro.