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Test 2016:Das müssen Kindersitze fürs Auto können

  • ADAC und Stiftung Warentest haben 26 Kindersitze getestet.
  • Nur zwei Modelle fielen durch, darunter eines in Batman-Optik
  • Die Mehrzahl der Sitze erhielt das Urteil "gut", einer "sehr gut".

Auf Batmans Schoß durch den Straßenverkehr zu brausen dürfte für viele Kinder die Erfüllung eines Traums sein. Wenn dabei der "Kids-Embrace Batman", ein blau-grauer Kindersitz in Superhelden-Optik, im Spiel ist, könnte das allerdings gefährlich werden. Der Sitz bekam bei einem Gemeinschaftstest der Stiftung Warentest und des ADAC die Note "mangelhaft", weil er Kinder nur unzureichend schützt.

Das Modell eines amerikanischen Anbieters ist für Kinder von neun bis maximal 36 Kilogramm ausgelegt. Es bietet beim Seitenaufprall jedoch so gut wie keinen Schutz, wenn Eltern für größere Kinder die schützende Rückenlehne abmontieren, wie es der Hersteller empfiehlt. Hinzu kommt, dass diese für Kinder unter sechs Jahren sowieso viel zu klein ist.

Zwei von 26 Sitzen fallen beim Sicherheitstest durch

Das Batman-Modell ist eine von nur zwei unerfreulichen Ausnahmen: Neben dem Batman-Sitz fiel noch der "Kiwy SF01 Q-Fix", ein sogenannter Allroundsitz für Neugeborene und Kinder bis 18 Kilogramm, bei den Crashtests durch. Die meisten getesteten Autokindersitze sind hingegen sicher: 17 der 26 geprüften Modelle erhielten die Note "gut". Im Gegensatz zum Vorjahr vergaben die Tester auch das Qualitätsurteil "sehr gut". Für die Babyschale "Kiddy Evo-Luna i-Size" muss der Kunde jedoch 450 Euro zahlen.

Fast genauso gut in der Kategorie der Babyschalen schnitt der "Maxi-Cosi Pebble Plus" ab, der ohne Isofix-Basis erhältlich ist und mit 270 Euro deutlich weniger kostet als der Testsieger. Unter den Sitzen für Kinder ab neun Kilogramm schnitt das Modell "Joie Trillo Shield" (150 Euro) besonders gut ab, bei den Sitzen für Kinder ab 15 Kilogramm liegt der "Britax Römer Kidfix II XP" (245 Euro) vorn. Geprüft wurden Sitze, die für Neugeborene ebenso gedacht sind wie für Kinder bis 36 Kilogramm, und für Kinder von 40 bis 105 Zentimeter Größe.

Experten raten, Kinder entgegen der Fahrtrichtung zu transportieren

Um nicht ständig neue Sitze kaufen zu müssen, die Sicherheit der Kinder im Auto aber trotzdem zu gewährleisten, empfehlen Experten sogenannte "mitwachsende" Sitze. So werden Sitze aus der Klasse ab neun Kilogramm genannt, die größer gestellt werden können und so lange passen sollen, bis das Kind auf die normalen Autositze wechseln kann.

Neben Sicherheit und Passform ist auch die Handhabung eines Kindersitzes ein ausschlaggebendes Kaufkriterium. Viele Modelle lassen sich mittlerweile sowohl vorwärts als auch rückwärts einbauen und wahlweise mit Klick-System oder Fahrzeuggurt befestigen. Dadurch wird die jeweilige Handhabung den Testern zufolge jedoch häufig unnötig kompliziert. Lieber solle man einen simplen Kindersitz wählen und das Kinder entgegen der Fahrtrichtung transportieren, denn in dieser Position wirken die geringsten Kräfte auf das Genick des Kindes.

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