bedeckt München

Tesla:Elon Musk: Autonomes Fahren nur zwei Jahre entfernt

  • Autobauer Elon Musk geht davon aus, dass autonomes Fahren nur noch eine Frage des Feintunings ist.
  • Er korrigiert frühere Prognosen darüber, wann es technisch möglich sein wird, komplett autonom zu fahren.
  • Die Gesetze hinken der Forschung hinterher. Doch die Autos erheben Daten, die sehr überzeugend seien.

Von Hakan Tanriverdi

Autonomes Fahren: kein großes Problem

Der Autobauer Elon Musk glaubt daran, dass vollständig autonomes Fahren innerhalb von zwei Jahren technisch möglich sein wird. "Ich glaube, wir haben alle notwendigen Teile. Jetzt geht es nur noch darum, diese Teile zu verfeinern, einzurichten und sicherzustellen, dass sie unter unzähligen Bedingungen funktionieren - und dann haben wir es geschafft", sagte Musk im Gespräch mit dem Magazin Fortune. Er betonte, dass es kein so großes Problem darstelle, wie Menschen generell annehmen würden.

Tesla veröffentlichte erst im Oktober ein Software-Update namens Autopilot, mit dem es für die Autobesitzer möglich wurde, die Hände vom Lenkrad zu nehmen und das Auto die Kontrolle übernehmen zu lassen (Nach einigen Sekunden erscheint aber eine Warnung, die den Fahrer dazu aufgefordert, die Hände ans Lenkrad zu legen). Das Feature für die "Model S"-Klasse war über Nacht erhältlich. Tesla ist in der Lage, Software-Updates "over the air" einzuspielen, also über Wi-Fi.

Sensoren erheben Daten am Boden des Autos

Die neueren Modelle von Tesla verfügen über zwölf Sensoren am Boden des Autos, darunter eine Kamera und ein Radarsystem. So ist das Auto in der Lage, massenhaft Daten zu erheben, während es auf der Straße unterwegs ist. Tesla setzt, ähnlich wie Google, auf den Einsatz künstlicher Intelligenz. Das heißt, Algorithmen sind in der Lage, sich an Situationen zu "erinnern".

Ein Beispiel: Das Auto erkennt einen Ball, der auf die Straße rollt. Ein Kind kommt hinterher. Die Geschwindigkeit wird verringert. Die Situation wird abgespeichert. So entstehen bei jeder einzelnen Autofahrt Unmengen an Daten. Beim nächsten Software-Update ist diese Information für alle Autos gleichzeitig verfügbar.

Künstliche Intelligenz schüchtert Musk ein

Musk geht davon aus, dass der rechtliche Rahmen für autonomes Fahren hinter der Technik herhinken wird. Erst kürzlich entschied sich der US-Bundesstaat Kalifornien dazu, vollständig autonomes Fahren vorerst nicht zu erlauben. Musk betont, dass er diese Entscheidung gut findet: "Noch liegen uns nicht genügend Daten vor, die die Idee des komplett autonomen Fahrens unterstützen", sagte er Fortune.

Musk glaubt, dass sich das eingeführte Autopilot-Update exakt an diesem Punkt nützlich zeigen wird. Denn komplett autonom fahrende Wagen werden in einem "Schattenmodus" unterwegs sein können und aufzeichnen, wie das autonome Fahrzeug sich entschieden hätte. Diese Daten werden den juristischen Weg ebnen. Komplett autonomes Fahren ist nach Angaben des US-Verkehrsministeriums dann gegeben, wenn das Fahrzeug so gebaut wurde, dass es alle sicherheitsrelevanten Situationen selbst meistern kann.

Musk hatte bereits in der Vergangenheit Prognosen darüber abgegeben, wann Autos dazu in der Lage sein werden, alleine zu fahren. So sprach er vor 15 Monaten noch von einem Zeitfenster von fünf Jahren. Doch die Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz sind atemberaubend. Eine Erkenntnis, die Musk auch mit Angst erfüllt. Erst kürzlich gab er deswegen bekannt, eine Forschungsgruppe einzurichten, deren erklärtes Ziel es ist herauszufinden, welche Gefahren diese Technologie in sich birgt.

© SZ.de/gba/dd

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite