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Verkehrspolitik:Autolobby hält an Nein zu Tempolimit fest

Tachometer auf 130; Tempolimit - Tacho auf 130

Der VDA erkennt bei einem generellen Tempolimit auf Autobahnen keine Vorteile.

(Foto: Armin Weigel/dpa)
  • Der ADAC hat seine ablehnende Haltung zum Tempolimit aufgeweicht. Der Allgemeinen Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) begrüßt das.
  • Der Verband der Automobilindustrie hingegen weicht von seiner Haltung nicht ab.
  • Aus Sicht der Autolobby hilft ein generelles Tempolimit auf Autobahnen weder der Umwelt noch der Sicherheit.

In die Diskussion um ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen kommt Bewegung: Der ADAC ist nicht mehr grundsätzlich dagegen. Doch die Autoindustrie hält an ihrem Nein fest. Die Haltung sei unverändert, sagte ein Sprecher des Verbands der Automobilindustrie (VDA) der Deutschen Presse-Agentur. Bereits Ende Dezember hatte der VDA erklärt, die Debatte über ein generelles starres Tempolimit auf deutschen Autobahnen sei "nicht hilfreich".

Der Bundesgeschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Burkhard Stork, hingegen sieht das anders: "Für uns ist Sicherheit die oberste Maxime im Verkehr. Bisher hat aber maximale Geschwindigkeit Priorität - das funktioniert nicht zusammen."

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Der größte Automobilclub Deutschlands sei "nicht mehr grundsätzlich" gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung, sagt Vizepräsident Hillebrand. Der ADAC lege sich "in der Frage aktuell nicht fest".

Die Frage nach einem Tempolimit war neu aufgenommen, weil der ADAC "nicht mehr grundsätzlich" dagegen ist, wie dessen Vizepräsident Verkehr, Gerhard Hillebrand, gesagt hatte. Die Diskussion werde emotional geführt und polarisiere bei den etwa 21 Millionen ADAC-Mitgliedern, erklärte Hillebrand. "Deshalb legt sich der ADAC in der Frage aktuell nicht fest." Eine Versachlichung sei dringend erforderlich. Die Auswirkungen eines Tempolimits sollten dringend in einer umfassenden Studie geklärt werden. "Diese würde eine belastbare Entscheidungsgrundlage liefern."

Aus Sicht des VDA hilft ein generelles Tempolimit auf Autobahnen weder der Umwelt noch der Sicherheit. In der Stellungnahme von Ende Dezember hieß es, ein erheblicher Teil der Autobahnen umfasse bereits heute Tempobeschränkungen. Zudem seien deutsche Autobahnen die sichersten Straßen. Auch klimapolitisch bringe ein starres Tempolimit auf Autobahnen so gut wie nichts.

ADFC-Bundesgeschäftsführer Stork dagegen sagte: "Tempo 130 auf Autobahnen kann Teil eines Kulturwandels sein, den wir dringend brauchen in Deutschland. Gut, dass der ADAC erkannt hat, dass es immer mehr Menschen gibt, die diesen Kulturwandel wollen."

In der schwarz-roten Koalition ist ein Tempolimit umstritten. Die SPD ist dafür, die Union in weiten Teilen dagegen. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte vor Weihnachten gesagt: "Wir haben weit herausragendere Aufgaben, als dieses hoch emotionale Thema wieder und immer wieder ins Schaufenster zu stellen - für das es gar keine Mehrheiten gibt."

© SZ.de/dpa
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