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Suzuki Celerio im Test:Auf der Autobahn sprengt er die Tachoskala

Suzuki Celerio

Flott über die Autobahn: Auf abschüssiger Strecke und mit Anlauf bewegt die die Tachonadel über das Skalenende bei 180 km/h hinaus.

(Foto: STG)

Seinen überraschendsten Charakterzug offenbart der Suzuki, sobald man einen Ausflug auf die Autobahn unternimmt. Mit offiziell 155 km/h sollte er hier eher zu den Langsameren zählen, aber der lang übersetzte fünfte Gang macht einiges möglich. Den entsprechenden Anlauf und einen etwas abschüssigen Streckenverlauf vorausgesetzt, wandert die Tachonadel immer mal wieder über das von der Tachoskala gesetzte 180-km/h-Limit hinaus. Dabei wird der Celerio nicht etwa zum lauten und nervösen Zitterer, der heftig ins Wanken gerät, sobald er beim Überholen aus dem seitlichen Windschatten eines 40-Tonners fährt. Gelassen, in sich ruhend und viel Sicherheit vermittelnd zieht er seine Bahn und hinterlässt ob seiner Schnelligkeit einige fragende Gesichter hinter den Lenkrädern der Autos, die ihn gerade auf der linken Spur passieren lassen mussten.

Wer das Gaspedal derart malträtiert, darf sich nicht wundern, wenn er die Zeche an der Tankstelle zahlt. Tatsächlich konsumierte der Celerio während des vorrangig auf der Autobahn und im Stadtverkehr absolvierten Tests 6,4 Liter. Dabei sollten es 3,6 sein, wenn er, wie der Testwagen, mit dem 1100 Euro teuren Eco+-Spritsparpaket ausgerüstet ist. Nutzt man den Kleinwagen allerdings im Rahmen dessen, wofür er vorrangig konstruiert wurde, nämlich anspruchslos die alltäglich anfallenden Dinge zu erledigen und nur selten auf große Fahrt zu gehen, sollte man keine Mühe haben, einen Durchschnittsverbrauch mit einer Vier vor dem Komma zu erreichen.

Die Spritspar-Technologien rechnen sich nicht

Günstige Spritkosten sind also garantiert, und auch sonst gibt sich der Suzuki Celerio Mühe, das Budget seines Besitzers zu entlasten. Die Kfz-Steuer kostet 20 Euro im Jahr, die Versicherungseinstufung ist günstig, der Kaufpreis sowieso. Die 9690 Euro teure Basisversion muss es nicht unbedingt sein, denn die bietet weder das Radio noch die Vorhangairbags für vorne und hinten, die in den beiden höherwertigen Ausstattungslinien serienmäßig sind. Empfehlenswert ist die mittlere Club-Ausstattung, die alles beinhaltet, was man braucht und 1200 Euro zusätzlich kostet. Ob man das Eco+-Paket wählt, will wohlüberlegt sein, denn bis sich dessen Kosten amortisieren, bedarf es vieler gefahrener Kilometer.

Doch egal ob mit oder ohne Spritspar-Technologien und unabhängig von der Ausstattung: Der Suzuki Celerio ist ein ehrliches, komfortabel gefedertes, sicheres (ab der Club-Ausstattung bietet er sechs Airbags) und praktisches Auto, das sich in der Stadt genauso wohlfühlt wie auf der Autobahn. Er begeistert durch seine Bescheidenheit - und wenn man ehrlich ist, reicht das voll und ganz.

Technische Daten Suzuki Celerio 1.0 Eco+ Club:

R3-Benzinmotor mit 1,0 Litern Hubraum; Leistung 50 kW (68 PS); max. Drehmoment: 93 Nm bei 3500/min; Leergewicht: 890 - 920 kg; Kofferraum: 254 - 1053 l; 0 - 100 km/h: 14,0 s; Vmax: 155 km/h; Testverbrauch: 6,4 l / 100 km (lt. Werk: 3,6; CO2-Ausstoß: 84 g/km); Euro 6; Grundpreis: 11 990 Euro

Der Testwagen wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

© SZ.de/harl/beu/dd
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