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SUV im Fahrbericht:Der Audi Q5 ist eher Gleiter als Sprinter

Der neue Audi Q5

Bekanntes Gesicht: An der Optik des neuen Q5 hat sich wenig verändert.

(Foto: dpa-tmn)

Audis neues SUV sieht zwar kaum anders aus als sein Vorgänger, ist aber in fast allen Belangen besser geworden. Nur das Basismodell überzeugt nicht.

Man muss schon zweimal hinschauen, um den neuen Audi Q5 als solchen zu erkennen. Markantere Front, angedeutete Quattro-Backen, aufgewertete Licht-Signatur - mehr ist nicht. Aber wer will es den Produktstrategen verdenken, dass sie das Erscheinungsbild der zweiten Generation eines Erfolgsmodells, von dem rund 1,5 Millionen Einheiten verkauft wurden, nur behutsam ändern wollten.

Die Abmessungen der Neukonstruktion legen hier und dort geringfügig zu, der Innenraum mit der modernen Schalttafel und der schlankeren Sitzanlage wirkt lichter und ist etwas geräumiger, der Kofferraum fasst gerade mal zehn Liter mehr. Die entscheidenden Vorteile der Alu-intensiven Karosserie sind die bessere Aerodynamik (Cw-Wert 0,30), die höhere Steifigkeit und das um bis zu 90 Kilo geringere Gewicht.

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Schon der erste Eindruck überzeugt

Das Baumuster AU 426 ist der erste Audi made in Mexiko. Das wäre kaum der Rede wert, wenn sich über San José nicht vier Risikofaktoren zusammenbrauen würden: neues Werk, neue Mannschaft, neue Zulieferer-Infrastruktur, neues Produkt. Das ist für eine Marke, die Top-Qualität zu den absoluten Prioritäten zählt, keine leichte Übung.

Doch schon der erste Eindruck überzeugt. Selbst das komplexe Infotainment, die bis zu 30 Assistenzsysteme und die fünffach verstellbare Luftfederung geben sich keine Blöße. Das knapp 2000 Euro teure Extra verspricht einen erfahrbaren Zugewinn an Federungskomfort, nette Zusatzfeatures wie den Absenkmodus beim Einsteigen oder auf der Autobahn, und die in der Höhe verstellbare Lift-/Allroad-Funktion, die selbst mittelschweres Gelände meistert ohne aufzusitzen. Ein spezielles Offroad-Programm fehlt zwar, aber dafür gehört die Bergabfahrhilfe zum Standard-Repertoire.

Keine Kratzer, nichts

Wir haben ausprobiert, was kaum ein Q5-Eigner wagen dürfte: die Querung der Baja California vom Pazifik zur Sea of Cortez abseits des Highway One auf einer Route, die auch durch Flussbetten und über Geröllpisten führte. Ergebnis: keine besonderen Vorkommnisse, keine Kratzer, nichts.

Der V6-Diesel passt zum Q5 wie der Pelz zum Nerz: satte 620 Nm Drehmoment, eine sanft schnurrende Achtgangautomatik mit Freilauftalent und der permanente Quattro-Antrieb adeln diese Variante zum entspannten Gleiter, der sich selbst bei verschärfter Gangart keinen zweistelligen Verbrauchsausrutscher geleistet hat. Obwohl der 3.0 TDI mit 286 PS üppig motorisiert ist, will Audi wieder einen SQ5 nachreichen, der mit mindestens 350 Diesel-PS sein Überholspur-Abo sicher hat.