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Stau-Analyse:Stillstand in Stuttgart

Stuttgart, Hamburg und Berlin haben die schlimmsten Großstadt-Staus - in Deutschland. Doch im internationalen Vergleich sind die Wartezeiten dort gering. Dabei wäre es ganz einfach, den Verkehr mit schon vorhandenen Mitteln effektiver zu gestalten.

Stuttgarter Autofahrer verbringen mehr Zeit im Stau als ihre Leidensgenossen in anderen deutschen Großstädten. Das hat der Navi-Hersteller TomTom herausgefunden. In Stuttgart dauern Fahrten demnach bei Verkehrsbehinderungen 30 Prozent länger als sonst. Im Feierabendverkehr müssen Pendler in Stuttgart sogar 67 Prozent mehr an Zeit einplanen, morgens verlängert sich der Weg zur Arbeit um 54 Prozent.

Viele Behinderungen gibt es außerdem in Hamburg (durchschnittlich 29 Prozent) und Berlin (28 Prozent). In Bremen kommen Autofahrer dagegen noch vergleichsweise schnell ans Ziel (12 Prozent). Hier sehen Sie die Top Ten der deutschen Staustädte:

1. Stuttgart

2. Hamburg

3. Berlin

4. München

5. Frankfurt am Main

6. Köln

7. Düsseldorf

8. westliches Ruhrgebiet

9. östliches Ruhrgebiet

10. Bremen

Für die Zahlen hat TomTom zwischen April und Juni Verkehrsdaten seiner Kunden aus 160 Städten weltweit gesammelt, zehn davon in Deutschland.

Die im internationalen Vergleich schlimmsten Staus gibt es demnach in Moskau - hier verlängern sich Fahrzeiten im Schnitt um 65 Prozent, die Plätze zwei und drei belegen Istanbul (57 Prozent) und Rio de Janeiro (50 Prozent).

Vernetztes Fahren: eine Lösung für die Zukunft?

Eine Linderung des Problems könnte in Zukunft die Vernetzung von Fahrzeugen bringen. Die Fahrzeuge von morgen sollen Gefahren erkennen, zur Not eingreifen und zunehmend automatisch unterwegs sein - vom Schrittfahren im Stau bis hin zur vollen Autopilotenfunktion. Letzteres könnte laut Autozulieferer Continental hierzulande auf Autobahnen bereits im Jahr 2025 Realität sein - irgendwann dann auch für Pendler.

Doch laut Informationen von Spiegel Online könnte auch schon aktuell erhältliche Technologie Staus vermindern und den Verkehrsfluss verbessern. Navigationsgeräte liefern zuverlässige und minutenaktuelle Verkehrsinformationen und lassen diese in ihre Streckenberechnungen einlaufen. "Wenn jeder Autofahrer sich vom Start weg die beste Route berechnen lässt und sich an die vorgegebene Strecke hält, könnte der Gesamtverkehr besser verteilt werden. Es würde für alle flüssiger laufen", sagte Andreas Hecht vom Verkehrsinformationsdienstleister Inrix dem Nachrichtenportal.

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