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Statistisches Bundesamt:Weniger Zweiradfahrer sterben im Straßenverkehr

Fahradfahrer ohne Licht unterwegs

Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Fahrradfahrer ist 2013 deutlich zurückgegangen.

(Foto: dpa)

Überhöhte Geschwindigkeit, geringer Sicherheitsabstand, falsche Straßenbenutzung: Das sind die häufigsten Ursachen für tödliche Unfälle von Motorrad- und Fahrradfahrern. 2013 ist deren Zahl deutlich zurückgegangen - was jedoch nicht an vorsichtigerem Fahrverhalten lag.

Die Zahl der tödlich verunglückten Zweiradfahrer ist auf den tiefsten Stand seit mehr als 30 Jahren gesunken. Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge kamen im vergangenen Jahr auf deutschen Straßen 995 Menschen auf Zweirädern zu Tode - das ist ein Rückgang von 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit der niedrigste Stand seit Einführung der Statistik im Jahr 1979. Auch die Zahl der Verletzten ging zurück - um 5,1 Prozent auf 112.967 Personen.

Als Zweiradfahrer sind in der Statistik Radfahrer, Motorradfahrer sowie als dritte Kategorie die Fahrer von Kleinkraftradrädern und Mofas erfasst. (Hier die Pressemitteilung, hier das pdf-Dokument mit einer ausführlichen Darstellung).

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Unfälle bei Fahrrad- und Motorradfahrern: Die meisten der tödlich Verunglückten waren mit einem Motorrad unterwegs: Im Jahr 2013 waren es 568 Personen, das sind 3,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Deutlich stärker ist der Rückgang in der Gruppe der Radfahrer: Bei Unfällen starben 354 Menschen, das sind 12,8 Prozent weniger als 2012. "Die Sicherheit des einzelnen Radfahrers steigt, wenn generell mehr Radfahrer unterwegs sind. Und ihr Anteil am Gesamtverkehrsaufkommen nimmt zu", sagt Stephanie Krone vom ADFC. Außerdem habe sich die Sicherheitsausstattung verbessert, die Helme seien angenehmer zu tragen, die Räder insgesamt besser konstruiert, sagt Christina Kapp vom Bund Deutscher Radfahrer. Auf Mofa- und Kleinkrafträdern sind 73 Menschen ums Leben gekommen, auch hier ging die Zahl der tödlichen Unfälle deutlich zurück (21,5 Prozent).
  • Zahlen stark vom Wetter beeinflusst: Als Grund für den Rückgang nennen die Statistiker dagegen vor allem das Wetter. Wenn es kalt ist und regnet, sind deutlich weniger Menschen auf Zweirädern unterwegs. "Viele Motorradfahrer sind Schönwetterfahrer", sagt der Vorsitzende des Bundesverbands der Motorradfahrer, Michael Lenzen. "Das Risiko für Unfälle steigt natürlich, wenn mehr Fahrer auf den Straßen unterwegs sind." Das verregnete Frühjahr im vergangenen Jahr habe dazu beigetragen, dass die Zahl der Getöteten erheblich zurückging, heißt es in der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes. Im Vergleich zum Jahr 2012 sei für die Monate April bis Juni ein Rückgang von 6,8 Prozent zu verzeichnen gewesen, im Vergleich zu 2011, als das Frühjahr mild und trocken war, sei es sogar ein Minus von 26,1 Prozent. Aber Lenzen mahnt: "An den Zahlen kann sich schon in diesem Jahr angesichts des trockenen Frühlings wieder etwas ändern."
  • Häufigste Unfallursachen: Wenn Motorradfahrer einen Unfall mit Personenschaden verursachten, war die häufigste Ursache überhöhte Geschwindigkeit. Das gilt für 34 Prozent der Fälle. Bei vielen Unfällen war auch ein zu geringer Sicherheitsabstand schuld. Bei Radfahrern war eine falsche Straßenbenutzung das häufigste Fehlverhalten. Grundsätzlich habe sich die Sensibilität für die eigene Sicherheit auf der Straße erhöht, glauben Lenzen und Krone. "Der positive Trend wird sich aber nur fortsetzen, wenn die Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer weiter zunimmt", so Stephanie Krone vom ADFC. "Und, wenn mehr technische Hilfsmittel, wie zum Beispiel elektronische Abbiege-Assistenten für LKWs, zum Einsatz kommen."
© SZ.de/olkl/havo/feko/leja
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