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Space Cars:Als gestern noch morgen war

Schon immer suchte die Autoindustrie neue Techniken. Es gab eine Zeit, da war sogar von Atom-, Gasturbinen- und Jetantrieben die Rede. Vor allem die Amerikaner präsentierten regelrechte Space Cars. Eine Erinnerung.

Günther Fischer

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Oldsmobile J-2 Golden Rocket

Quelle: SZ

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Schon immer suchte die Autoindustrie neue Techniken. Es gab eine Zeit, da war sogar von Atom-, Gasturbinen und Jetantrieben die Rede. Vor allem die Amerikaner präsentierten regelrechte Space Cars.

Von Günther Fischer

Oldsmobile J-2 Golden Rocket: 1958 stellte Oldsmobile sein J-2 Golden Rocket-Modell vor. Technik-verliebt wie die Ingenieure zu dieser Zeit waren, wurde der Wagen auf Wunsch mit drei Vergasern angeboten. Der vordere und der hintere waren ...

Oldsmobile J-2 Golden Rocket

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... Vakuum-getrieben, nur der dritte und mittlere blieb mechanisch mit dem Gaspedal verbunden.

Die Leistung des Golden Rocket gab Oldsmobile mit 232 kW / 312 PS bei 4600 U/min an. Unglücklicherweise fuhren ...

Oldsmobile Golden Rocket

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... die Besitzer dieser Straßenrakete nicht sportlich genug - was schnell zu Problemen mit den Vakuum-Vergasern führte: Sie verstopften.

Nach 1958 bot Oldsmobile das Drei-Vergaser-Paket nicht mehr an.

Lincoln Futura

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Lincoln Futura: 1955 pries Lincoln seinen Breitmaul-Hai vollmundig als das revolutionärste Auto des Jahrzehnts an. Der Futura war ...

Lincoln Futura

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... eine Designstudie des Turiner Karosserieschneiders Ghia. Die Baukosten des Einzelstücks betrugen 250.000 Dollar - ein für 1955 unglaublich hoher Betrag.

Lincoln Futura

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Besonders extravagant wirkten die zwei getrennten Fahrgastraumhauben, die an Düsenjägerkanzeln erinnerten, sowie die ...

Lincoln Futura

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... großen Heckflossen. Das Fahrgestell entstammte dem Lincoln Mark II.

Der Hersteller verlor aber bald das Interesse an seiner Studie, lediglich die Heckflossen wurden in andere Serienmodelle übernommen.

Lincoln Futura

Quelle: www.chicagoautoshow.com

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George Barris, Karosserieveredler und seit den fünziger Jahren einer berühmtesten Vertreter der amerikanischen "Customizing"-Szene, kaufte das Fahrzeug und ...

Lincoln Futura

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... verwandelte es 1966 für die ABC-TV-Serie "Batman": die Geburtsstunde des Batmobils!

Ford FX Atmos

Quelle: www.chicagoautoshow.com

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Ford FX Atmos: 1954 wurde er auf der Chicago Auto Show vorgestellt: der futuristische Ford FX Atmos - eine klassische Concept-Car-Studie dieser Zeit. "Jet Aircraft Styling" war einige Zeit der Begriff dafür.

Ford FX Atmos

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Der FX Atmos war als Dreisitzer konzipiert: Ein Sitz befand sich in der Mitte vorne - er war für den Fahrer gedacht, der das Auto mit zwei Joysticks steuern sollte. Dahinter konnten zwei Beifahrer Platz nehmen.

Über den Sitzen spannte sich ...

Ford FX Atmos

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... eine Glaskuppel. Die zwei spitzen Antennen, die aus der Front ragten, waren als Radioantennen gedacht - verschreckten aber mögliche Interessenten so sehr, dass Ford den Atmos nie in Serie baute.

Zusätzlich war erstmals ...

Ford Atmos

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... eine Art Atomantrieb angedacht. Damals waren der Zukunftgläubigkeit eben noch keine Grenzen gesetzt.

Ford Nucleon

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Ford Nucleon Ein Konzeptfahrzeug, 1958 von der Ford Motor Company vorgestellt. Der Nucleon sollte - ähnlich wie der FX Atmos - mit Kernbrennstoff betrieben werden. Dafür war ...

Ford Nucleon

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... ein kleiner, zwischen den Hinterrädern aufgehängter Kernreaktor vorgesehen. Eine Füllung spaltbares Material sollte für 5000 Meilen (rund 8000 km) reichen.

Ford baute von dem Fahrzeug allerdings nur ein Modell im Maßstab 3:8. Produziert wurde es nie.

Cadillac Cyclone

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Cadillac Cyclone 1959 entwarf der damalige GM-Chefdesigner Harley Earl diesen Cadillac Cyclone. Mehr als jedes andere Modell dieser Zeit spiegelt ...

Cadillac Cyclone

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... der Cyclone die seinerzeit in Amerika herrschende Faszination für Düsenflugzeuge wider.

Cadillac Cyclone

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Wenn man das Glasdach, das sich über die zwei Sitze und das Cockpit spannte, öffnete, dann wurden die Schiebetüren automatisch aktiviert: Sie fuhren nach hinten. Eine Idee, die Opel - auch eine GM-Tochter - Jahrzehnte später beim der Studie Trixx noch einmal aufgriff.

Die schwarzen Spitzen vorne besaßen einen Antikollisions-Sensor - schon damals ...

Cadillac Cyclone

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War das Glasdach geschlossen, hatten Fahrer und Beifahrer eine perfekte Rundumsicht. Das Dach war außerdem mit Silber bedampft, um die Insassen vor den ultravioletten Strahlen der Sonne zu schützen.

Und: Man musste es noch nicht mal öffnen, um mit den Außenstehenden zu kommunizieren: Dafür gab es ein Mikro und einen Lautsprecher.

Cadillac Cyclone

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Der Zweisitzer konnte sogar den Autopiloten des Firebird benutzen - allerdings nur auf bestimmten Teststrecken. Unter der Haube arbeitete ein 325 PS starker V8-Motor.

Chefdesigner Earl ging in Rente, bevor der Cyclone sein Debüt gab - Aufsehen erregt er aber heute noch.

Ford La Galaxie

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Ford La Galaxie Eigentlich hässlich und zusätzlich gestraft mit diesem Kofferraumdeckel ... Der 1958 vorgestellte Ford La Galaxie war so groß wie ein Maybach 57 heute und vollgepackt mit Science-Fiction-Gimmicks - unter anderem mit einem Radar, um Hindernissen auszuweichen, einem Info-Display und vielem mehr.

Diese Studie kam nie auf die Straße, sie war auch nicht fahrbereit. Lediglich der Name lebt im aktuellen Ford-Van Galaxy weiter.

GM Firebird III

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GM Firebird III Ist's ein Vogel? Ein Flugzeug? Etwas von beidem. GM-Chefdesigner Harley Earl hatte erneut zugeschlagen und sich beim 1958 vorgestellten Firebird III mehr denn je an der Stromlinienform eines Düsenjets orientiert.

GM Firebird III

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Auch der Firebird III war ein Technologieträger: Er verfügte über eine Drive-by-Wire-Steuerung, eine Gasturbine, eine Heckkamera und eine Art Autopilot (der auch im Cadillac Cyclone eingebaut war).

GM Firebird III

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Die "Haut" des Firebird bestand aus Titanium, seine Gasturbine (Whirlfire GT-305) leistete 168 kW / 225 PS und nicht weniger als sieben kurze Flügel und Kielflossen hielten ihn in der Spur. #

Eine schlüssellose Fernbedienung schien da fast selbstverständlich.

Ford Seattle-ite XXI

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Ford Seattle-ite XXI Spät kam er, 1962, und noch heute wirkt der Ford Seattle-ite XXI wie aus Aldous Huxleys "Schöner neue Welt" entsprungen.

Die Glaskuppel war Anfang der sechziger Jahre schon nichts Besonderes mehr, wohl aber die vier lenkbaren Vorderräder.

Ford Seattle-ite XXI

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Auch dieser Wagen sollte von einem kleinen Atomreaktor angetrieben werden - immerhin galt Atomkraft damals noch als sicher und brauchbar für die Zukunft. Im Inneren verfügte der Seattle-ite XXI über das erste Satelliten-Navigationssystem mit Display und eine Wetteranzeige.

Und wo hat Ford seine Studie vorgestellt? Klar: in Seattle.

Ford Gyron

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Ford Gyron Immerhin: Der 1961 vorgestellte Ford Gyron war von Anfang an als Forschungs und Entwicklungsauto geplant. Der Gyron verfügte nur über zwei Räder in Reihe - ein sogenannter Gyrostabilisator mit zwei Auslegern hielt den Wagen in der Vertikale.

Die zentralen Steuerkontrollen konnten von Fahrer und Beifahrer bedient werden.

© sueddeutsche.de/gf
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