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Skandal um "Gelber Engel":ADAC entschuldigt sich für Manipulation

"Fassungslos über die Dreistigkeit": Der ADAC äußert sich zu den Manipulationsvorwürfen bei der Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen. Geschäftsführer Obermair kündigt umfassende Aufklärung an und entschuldigt sich nicht nur bei den Mitgliedern in aller Form. Die Verantwortung trage ein Einzelner.

In einer Pressekonferenz hat ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair heute eine umfassende Aufklärung des aktuellen Manipulationsskandals angekündigt. "Wir nehmen die Kritik am ADAC äußerst ernst und werden alles unternehmen, um das Vertrauen in den ADAC zurückzugewinnen", sagte Obermair und gab zu, dass nicht nur bei der vergangenen Wahl manipuliert worden ist. "Wir müssen davon ausgehen, dass auch in vergangenen Jahren die Zahl der abgegebenen Stimmen zum Lieblingsauto nach oben korrigiert wurde."

Obermair betonte erneut, dass allein Michael Ramstetter, ehemaliger Kommunikationschef und Chefredakteur der ADAC Motorwelt, verantwortlich für die manipulierten Teilnehmerzahlen bei der Wahl zum Autopreis "Gelber Engel" gewesen sei. "Ich bin fassungslos über die Dreistigkeit des Fehlverhaltens einer einzelnen Führungskraft, für den selbstverständlich bis zuletzt die Unschuldsvermutung gegolten hat. Dem ADAC ist dadurch schlimmer Schaden zugefügt worden".

Entschuldigung bei Mitgliedern und Medien

Die umfassende Aufklärung der Vorwürfe sei bereits nach deren Bekanntwerden angelaufen und dauere derzeit an. Die Ergebnisse sollen nach Abschluss der Untersuchung öffentlich bekanntgegeben werden. Obermair wies zudem darauf hin, dass von Ramstetter nur die absolute Zahl der abgegebenen Stimmen bei der Wahl zum Lieblingsauto des Jahres nach oben korrigiert worden sei. Die Rangfolge der Ergebnisse sei nicht verändert worden. Zudem gäbe es nach derzeitigem Kenntnisstand keine Hinweise darauf, dass auch andere Bereiche des ADAC, etwa beim Verbraucherschutz oder in Bezug auf Techniktests, von Unregelmäßigkeiten betroffen seien.

Obermair entschuldigte sich in der Pressekonferenz nicht nur bei den ADAC-Mitgliedern, sondern bedauert auch seine Kritik gegenüber einzelnen Medien. Diese sei in der festen Überzeugung erfolgt, dass sich die in der Süddeutschen Zeitung erhobenen Manipulationsvorwürfe als substanzlos erweisen würden. Nachdem sich diese Einschätzung als falsch herausgestellt hat, entschuldigte sich der Vorsitzende der ADAC-Geschäftsführung auch bei der Süddeutschen Zeitung.