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Seenotrettungskreuzer "John T. Essberger":1100 Menschen verdanken diesem Schiff und seiner Besatzung ihr Leben

In den letzten Jahren dann nagte trotz stetiger Überarbeitung und einer Generalüberholung im Jahr 2000 unübersehbar der Zahn der Zeit. "36 Jahre im Dauereinsatz unter oft härtesten Bedingungen gehen auch an einem solchen Schiff nicht spurlos vorbei", sagt DGzRS-Sprecher Christian Stipeldey, "irgendwann standen notwendige Neuerungen und Reparaturen in keinem Verhältnis mehr zur Einsatztauglichkeit."

Für die DGzRS vor allem auch deshalb ein zentrales Argument dafür, die John T. Essberger aufs Altenteil zu schicken, weil sich die deutschen Seenotretter, die modernste Organisation dieser Art weltweit, ausschließlich aus privaten Spenden finanziert. Und so kam es zwischen der DGzRS und dem Technik-Museum Speyer zu einem Schenkungsvertrag, der das außergewöhnliche Schiff am 10. Mai dieses Jahres "mit allen Rechten und Pflichten" in den Besitz des Museums übergehen ließ.

Jetzt ist die John T. Essberger unter der Flagge des Museums auf dem Weg ins Binnenland. Nach einem letzten Besuch bei Hamburger Hafengeburtstag und der Reise über die Nordsee ins Rheindelta bei Rotterdam, wird sie dem Terminplan folgend an diesem Dienstag im Duisburger Hafen erwartet. Ein Weg, den das Schiff unter Vormann Sven-Eric Carl noch auf eigenem Kiel zurücklegt.

In Duisburg schließlich wird der ausgemusterte Seenotrettungskreuzer auf einen Lastenponton verladen werden, um dann vom kommenden Samstag an rheinaufwärts Richtung Speyer geschleppt zu werden.

Sollten die Wasserstände des Flusses und andere Unwägbarkeiten zu keinen Problemen führen, wird die John T. Essberger am 26. Mai im Naturhafen Speyer erwartet - von dort aus stemmt dann am 28. Mai ein Schwertransport die letzten Meter über Land ins nahe Technik-Museum.

An Bord des Schiffes, das komplett ausgerüstet zum Publikumsmagnet werden soll, wird es dann auch Ausstellungen und Informationsveranstaltungen über die Arbeit der DGzRS geben. Christian Stipeldey: "Auf diese Weise haben wir die Möglichkeit, uns auch tief im Binnenland vorzustellen."

Den Weg der John T. Essberger nach Speyer und die aktuellen Positionen kann man unter www.kurs-speyer.de per Live-Tracking und einer Webcam an Bord des Schiffes in Echtzeit verfolgen.

© SZ vom 16.05.2011/gf

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