Seat Leon Cupra 280 im Test:Nur Regen mag er nicht

Lesezeit: 5 min

Seat Leon Cupra 280

Der Seat Leon Cupra kostet mindestens 30 930 Euro. Wer 280 PS, fünf Türen und DSG möchte, zahlt 3500 Euro mehr.

(Foto: STG)

Er sieht brav aus, ist leise und ein sehr umgänglicher Typ. Doch per Tastendruck wird der Seat Leon Cupra zum rassigen Sportwagen im Kompaktklasse-Format.

Von Thomas Harloff

Manchmal ist da mehr, als man auf den ersten Blick erkennt. Gerade bei sportlichen Autos, die von braven Kompaken abgeleitet wurden. Jener Fahrzeuggattung, die im Englischen so griffig als "Hot Hatches" bezeichnet werden - und zwar nicht nur wegen ihres Fahrspaßpotenzials, sondern auch aufgrund ihrer Optik. Doch die früher oft wild gekleideten heißen Fließheck-Sportler ziehen sich längst ganz brav an. Audi S3, BMW M135i oder VW Golf R verlangen selbst von Autokennern einen zweiten Blick, um als dynamischer Ableger eines Kompaktklasse-Langweilers wahrgenommen zu werden.

Beim Seat Leon Cupra ist das nicht anders. Die 280 PS des Topmodells, von dem es auch eine 1300 Euro günstigere 265-PS-Variante gibt, verpackten die Designer unaufdringlich. Klar, im direkten Vergleich zum Basisdiesel fallen schon Unterschiede auf, etwa die schärfer geschnittene Frontschürze oder der Maschendraht in Kühlergrill und Stoßfänger. Wer genauer hinschaut, entdeckt auch einen dezenten Dachspoiler, zwei kleine ovale Auspuffendrohre, diverse Zielflaggenembleme und 19-Zoll-Räder. Doch alles ist so harmonisch auf die Grundform des Leon abgestimmt, dass der Cupra beim flüchtigen Blick für sich behält, welche Qualitäten in ihm stecken.

Im Alltag ein normaler Leon

Das ändert sich selbst dann nicht, wenn der Motor startet. Natürlich meldet sich der Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner nach dem Schlüsseldreh einen Tick lauter zu Wort als die schwächeren Motoren der Baureihe, aber schon nach wenigen Metern ist das Triebwerk nicht mehr lauter als diese.

Der Innenraum des Seat Leon Cupra 280.

Viel Platz, einfache Bedienung und angenehmes Ambiente: der Innenraum des Seat Leon Cupra.

(Foto: STG)

Auch sonst ist alles so wie in einem normalen Leon: Auf Wunsch sorgen der gut funktionierende Abstandregeltempomat für Entspannung im Kolonnenverkehr und die City-Notbremsfunktion für Sicherheit. Die reagiert allerdings manchmal zu hysterisch und legt vor einer mittelmäßig steilen Tiefgaragenauffahrt unvermittelte Vollbremsungen hin. Die per Tastendruck zwischen komfortabel und straff einstellbaren Stoßdämpfer sprechen sensibel auf Fahrbahnunebenheiten an und sorgen für einen kommoden Federungskomfort.

Subtile Hinweise auf die Sportwagen-Qualitäten

Für fünf Insassen gibt es genug Platz, deren Gepäck lässt sich im 380 Liter großen Kofferraum souverän verstauen. Die Bedienung funktioniert so leicht wie in fast jedem Auto aus dem Volkswagen-Konzern. Dafür erreicht die Qualität der verwendeten Materialien nicht ganz VW- oder Audi-Standard - ohne freilich billig zu wirken.

Nur wenige subtile Hinweise deuten darauf hin, dass in diesem Leon doch mehr schlummert als in seinen Baureihen-Brüdern. Die orange hinterleuchtete Zielflaggentaste in der Mittelkonsole zum Beispiel. Oder das Bordcomputer-Menü, das einige Zusatzfunktionen beinhaltet, etwa eine Temperaturanzeige für das Motoröl oder einen Laptimer, der Rundenzeiten und Beschleunigungswerte messen kann. Die bequemen, weil nicht zu eng geschnittenen Sportsitze und der bis 300 km/h skalierte Tacho sind natürlich auch nicht aus Versehen an Bord.

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