Ruf Greenster Kein Porsche ist schneller als sein Ruf

Enorme Leistungsreserven und hochwertige Verarbeitung, dafür steht der Allgäuer Autohersteller Ruf seit Jahrzehnten. Die Firma kauft Fahrzeuge von Porsche als Rohkarosserie und veredelt sie anschließend. Motor, Getriebe, Räder - nicht besonders viel von den wichtigen Innereien eines Autos ist bei einem Ruf noch von Porsche, wenn er erst einmal das Werk in Pfaffenhausen verlässt. Und stets gilt der Kalauer: Kein Porsche ist schneller als sein Ruf. Beim Greenster fehlt dieser Vergleich - ähnlich weit ist man bei Porsche nur mit einer Hybrid-Version des Cayenne.

Porsche 911 mit Elektroantrieb

Carrera-Bahn

Der Greenster ist bereits der zweite Prototyp aus der Allgäuer Manufaktur mit elektrischem Antrieb. Der erste hatte einen schwächeren Motor, war aber schwerer und schaffte nur eine Reichweite von 150 Kilometer.

Der Greenster, der 2010 für 160.000 Euro auf den Markt kommen soll, ist aber nicht bloß bemerkenswert, weil seine Kraft vergleichbar ist mit der benzinbetriebener Sportwagen. In ihm steckt auch Technik, von der sich die gesamte Industrie viel erwartet. Das Auto nimmt nicht nur Energie aus dem Stromnetz auf, er kann sie dort auch einspeisen. Firmen wie Siemens - die Forschungsabteilung der Münchner steuerte Antrieb und Elektronik für den neuen Ruf bei - arbeiten längst an Szenarien, bei denen ein sogenanntes Intelligent Grid, ein mitdenkendes Stromnetz also, dafür sorgen soll, Millionen von Elektrofahrzeugen mit Energie zu versorgen, diese aber auch als Zwischenspeicher zu benutzen - dann beispielsweise, wenn Windkraftanlagen mehr Strom liefern, als verbraucht wird, und das auch noch billiger als zu Spitzenverbrauchszeiten. Um die Kosten für den Stromverbrauch muss sich Firmenchef Alois Ruf aber ohnehin keine Sorgen machen. Er besitzt mehrere Wasserkraftwerke.