Rückrufaktion Bremsen-Ärger bei Renault

Renault ruft weltweit etwa 400 000 Exemplare des aktuellen Clio zurück, davon 21 618 in Deutschland.

(Foto: WGO)

Renault ruft weltweit fast eine halbe Million Autos zurück - knapp 30 000 davon in Deutschland. Bei zwei Modellen könnten Defekte an den Bremsen auftreten. Unterdessen räumt General Motors weitere Todesfälle wegen defekter Zündschlösser ein.

  • Renault muss weltweit fast 500 000 Autos zurückrufen, darunter mehr als 27 000 in Deutschland. Betroffen sind die Modelle Clio und Kangoo.
  • Der Grund sind in beiden Fällen mögliche Defekte an der Bremsanlage.
  • General Motors (GM) muss die Zahl der Todesopfer nach Unfällen wegen defekter Zündschlösser auf 21 nach oben korrigieren. Verbraucherschützer gehen von deutlich mehr aus.
  • GM zahlt aus einem Fonds eine Million US-Dollar pro Todesopfer. An hinterbliebene Ehepartner und Unterhaltsberechtigte sollen zusätzlich je 300 000 Dollar fließen.
  • Der US-Autokonzern rief 2014 bereits etwa 30 Millionen Autos zurück.

Diese Renault-Modelle sind vom Rückruf betroffen

Renault ruft wegen möglicher Probleme am Bremssystem fast eine halbe Million Fahrzeuge zurück. Betroffen sind nach Angaben des französischen Automobilkonzerns weltweit mehr als 400 000 Exemplare des aktuellen Clio. 21 618 dieser Fahrzeuge existieren in Deutschland. Zusätzlich müssen weltweit fast 64 000 Renault-Kangoo-Modelle der zweiten Generation in die Werkstätten. In Deutschland handelt es sich um 5715 betroffene Autos.

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Wegen dieser Probleme startet Renault den Rückruf

Beim Clio könnten wegen eventuell falscher Montage der Radhausverkleidung Bremsschläuche durch Scheuern beschädigt oder Bremskolben herausgedrückt werden. Deshalb sollten bei betroffenen Fahrzeugen aus den Werken Bursa in der Türkei (bis März 2013) und Flins in Frankreich (bis April 2014) vorbeugend die Verkleidungen kontrolliert und die Bremsschläuche ausgetauscht werden.

Bei Kangoo-Modellen, die zwischen September 2012 und Mai 2013 im französischen Werk Mauberge produziert wurden, könnte laut Renault bei der Montage die Anschlussreihenfolge am Antiblockiersystem vertauscht worden sein. Bei betroffenen Autos sollten die Bremsleitungen ausgetauscht werden.

Renault gibt die Wahrscheinlichkeit für Schäden mit 0,02 und 0,01 Prozent an.

GM führt weitere Todesopfer auf defekte Zünschlösser zurück

Mittlerweils hat General Motors (GM) im Skandal um den verspäteten Rückruf von Fahrzeugen mit defekten Zündschlössern mindestens 21 Todesfälle eingeräumt. Die neuen Angaben stammen aus einem aktualisierten Zwischenbericht zum von GM eingerichteten Entschädigungsfonds. Ursprünglich hatte der Autokonzern nur 13 Todesfälle bestätigt, die Zahl in der vergangenen Woche aber bereits auf 19 erhöht. US-Verbraucherschützer vermuten jedoch mehr als 300 Todesopfer in Verbindung mit dem technischen Defekt.

Bei dem GM-Fonds gingen den aktualisierten Angaben zufolge bislang Forderungen für 143 Todes- und 532 Verletzungsfälle ein. In 37 Fällen seien die Entschädigungsansprüche bereits anerkannt worden, hieß es in dem Bericht. Die meisten anderen Fälle würden noch geprüft.

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Diese Summen zahlt GM an die Hinterbliebenen

Der von General Motors beauftragte Anwalt Kenneth Feinberg hatte Ende Juni die Einzelheiten des Entschädigungsfonds vorgestellt. Demnach zahlt der Autobauer für jedes Todesopfer mindestens eine Million Dollar, für hinterbliebene Ehepartner und Unterhaltsberechtigte sollen je 300 000 Dollar fließen. Dazu kommen weitere Entschädigungszahlungen für erlittene Verletzungen.

Die Zahlen und Details zu GMs Rückruf-Desaster

General Motors musste in diesem Jahr bislang 2,6 Millionen Autos aus den Jahren 2003 bis 2011 zurückrufen. Bei den Fahrzeugen können die Zündschlösser während der Fahrt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik ausschalten. Dies kann dazu führen, dass Airbags, Servolenkung und Bremskraftverstärker ausfallen. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, die Lösung des Problems verschleppt zu haben. Offenbar hatten Ingenieure schon ab 2001 Kenntnis von dem Konstruktionsmangel.

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Im Mai hatte GM wegen der verspäteten Rückrufe die Zahlung einer Geldbuße von 35 Millionen Dollar an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA akzeptiert. Auch das Justizministerium untersucht das Vorgehen des größten Autokonzerns der USA. Landesweit reichten Anwälte Sammelklagen gegen General Motors ein. Während das Unternehmen Unfallopfer und ihre Familien entschädigen will, wehrt es sich gegen die Forderungen eines Großteils der Autobesitzer, die Reparaturkosten oder einen Wertverlust geltend machen wollen.

Als Reaktion auf die Affäre veranlasste die Konzernchefin Mary Barra eine Qualitätsüberprüfung bei GM-Modellen, die weitere Rückrufe zur Folge hatte. Der Konzern holte seit Jahresbeginn weltweit etwa 30 Millionen Autos wegen verschiedener Mängel in die Werkstätten. Besonders betroffen ist der nordamerikanische Markt.