Roadster im TestDie Motoren-Revolution im Porsche 718 ist geglückt

Zylinder, Hubraum, Drehzahl, Klang: Von allem hat der Boxster S mit neuem Turbomotor zu wenig, fürchten Porsche-Fans. Doch die Vorbehalte sind unbegründet.

Test von Thomas Harloff

Es gibt Menschen, deren Leben - zumindest das als Autofahrer - größtenteils von der Zylinderanzahl abzuhängen scheint. Und vom Hubraum. Außerdem von der Frage, ob dieser Motor mit wie-viel-auch-immer Brennräumen frei atmen und Sprit ansaugen darf oder auf die Hilfe eines oder mehrerer Turbolader vertrauen muss.

Solche Leute scheint es unter den Porsche-Fahrern und -fans zuhauf zu geben. Anders ist nicht zu erklären, dass es in der jüngeren Vergangenheit so viel Aufregung gab, als die schwäbische Boxermotoren-Institution erklärte, das Triebwerkskonzept seiner Sportwagen umfassend zu ändern. Das Triebwerk des 911 Carrera, oh Schreck, büßte vor nicht allzu langer Zeit ein Quantum Hubraum und Höchstdrehzahl ein. Die stattdessen eingesetzten Turbolader würden den Legendenstatus des Elfers beschmutzen, argumentierten die Kritiker. Der Carrera wurde schließlich auch wegen seines im Heck verbauten Hochdrehzahl-Sechszylinders zur Ikone. Das Unverständnis im Lager der Puristen bleibt, während die Verkaufszahlen stetig wachsen.

Bild: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG 10. August 2016, 11:262016-08-10 11:26:00 © SZ.de/cag