VerkehrssicherheitEine Gasse, die Leben retten kann

Lesezeit: 2 Min.

Die Rettungsgasse dient Einsatzkräften dazu, möglichst schnell zum Unfallsort zu gelangen.
Die Rettungsgasse dient Einsatzkräften dazu, möglichst schnell zum Unfallsort zu gelangen. Britta Pedersen/dpa

Wenn der Verkehr auf der Autobahn stockt, müssen Autofahrer eine Rettungsgasse bilden. Aber wer muss wohin ausweichen? Darf man den Standstreifen nutzen? Und welche Strafen drohen bei Missachtung?

Auf welchen Straßen muss man überhaupt eine Rettungsgasse bilden?

Die Bildung einer Rettungsgasse ist nicht nur auf der Autobahn sondern auch auf mehrstreifigen Außerortsstraßen vorgeschrieben, sobald Fahrzeuge mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder sich im Stillstand befinden.

Ab wann müssen Autofahrer eine Rettungsgasse bilden?

Viele denken, dass sie erst bei Stillstand des Verkehrs eine Rettungsgasse bilden müssen. Doch das ist falsch. Nicht erst bei Stillstand muss auf der Autobahn eine Rettungsgasse gebildet werden, sondern schon wenn sich eine Kolonne im Schritttempo bewegt. Darauf macht die Expertenorganisation Dekra aufmerksam.

Die Straßenverkehrsordnung regelt die Rettungsgasse in § 11 Abs. 2. Dort ist zu lesen:

"Sobald Fahrzeuge auf Autobahnen sowie auf Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung mit Schritt­geschwindigkeit fahren oder sich die Fahrzeuge im Stillstand befinden, müssen diese Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen für eine Richtung eine freie Gasse bilden."

Wohin müssen die Fahrzeuge ausweichen?

Auf einer zweispurigen Straße bilden die Fahrzeuge die Gasse zwischen der linken und der rechten Spur - also in der Mitte. Bei einer dreispurigen Straße wird die Gasse zwischen der linken und der mittleren Spur gebildet. Bei einer vierspurigen Straße muss die Rettungsgasse zwischen der linken Spur und der direkt daneben liegenden Spur gebildet werden.

Darf man auch auf den Standstreifen ausweichen?

Nein. Auch beim Bilden einer Rettungsgasse gilt: Der Standstreifen ist in der Regel tabu. Ausnahmen gelten beispielsweise nur, wenn die Polizei dazu auffordert oder wenn aus Platzgründen die Gasse nicht anders zu bilden wäre, ergänzt der ADAC. Zudem ist es ratsam, immer etwas mehr Platz zum Vordermann zu halten. So ist es leichter, bei Stillstand noch weiter zur Seite zu fahren, wenn sich größere Fahrzeuge durch die Gasse bewegen müssen.

Wie bildet man bei einer Verengung durch eine Baustelle eine Rettungsgasse?

Wie bildet man etwa im Bereich einer Baustelle mit Fahrbahnverengung eine Rettungsgasse?

Auch bei Fahrbahnverengungen muss der Fahrer versuchen, möglichst weit nach links oder rechts auszuweichen. Der ADAC weißt darauf hin, dass es bei engen Fahrstreifen im Einzelfall zusätzlich erforderlich sein kann, den Mittelstreifen auf der linken Seite beziehungsweise die Standspur auf der rechten Seite mit zu benutzen.

Wann darf die Rettungsgasse wieder aufgelöst werden?

Die Gasse darf erst aufgelöst werden, wenn der Verkehr wieder zügig rollt.

Welche Strafen drohen, wenn man keine Rettungsgasse bildet?

Wer keine Rettungsgasse bildet, muss mit bis zu 320 Euro Bußgeld, zwei Punkten in Flensburg und einem Monat Fahrverbot rechnen.

Erklärvideo, So bildet man eine Rettungsgasse Süddeutsche Zeitung
© SZ/dpa-tmn/bica - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

SZ Stellenmarkt
:Entdecken Sie attraktive Jobs

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: