Fahrrad-Vergleichstest:Race: Specialized Tarmac S-Works SL6

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Das Race-Rad muss sich auf einer Tour von München zum Gardasee beweisen. In der Gruppe sind einige sehr starke Radler, im Streckenprofil sind viele flache Passagen und zwei Pässe. Das Specialized Tarmac S-Works ist eigentlich ein Race-Bike, aber es taugt hervorragend als schnelles Allround-Rennrad. Die Sitzposition ist sportlich, aber nicht schmerzhaft-extrem, man hält es gut stundenlang auf diesem Rad aus. Dazu trägt auch der Lenker bei, der sehr gut in der Hand liegt - das Rohr hat einen guten Durchmesser, das Lenkerband greift sich sehr angenehm. Im rechten Ende des Lenkerrohrs ist die Steuereinheit der elektronischen Shimano-Di2-Schaltung integriert, die Ladebuchse ist dadurch frei und ohne Fummelei zugänglich - eine schöne, saubere Lösung.

Fahrrad-Vergleichstest: Tarmac SL6 Superlight; S-Works Tarmac

Tarmac SL6 Superlight; S-Works Tarmac

(Foto: Specialized)

Ausgestattet ist das S-Works-Tarmac mit einer Dura-Ace-Schaltgruppe von Shimano und verfügt über eine weite Übersetzung-Palette: Vorne eine 52/36-Kurbel, hinten hat das größte Ritzel 30 Zähne. Damit lässt sich in der Ebene schön Tempo machen und eine Fahrt auf einen Pass ohne größere Leiden absolvieren.

Bergab rollt das 6,4 Kilogramm leichte Rad wirklich fantastisch. Das Tarmac nimmt auf dieser Tour auch ohne Windschatten stets so viel Tempo auf, dass es an fast allen anderen Radlern in diesem Rudel vorbei zieht - so lange niemand tritt. Auf die Roval-Karbon-Laufräder mit hohen Flanken sind 28-Millimeter-Reifen montiert, verblüffend breit für diese Rennradkategorie. Aber gut, es rollt großartig und die dicken Gummis erhöhen den Komfort. Nur die Kombination aus Felgenbremsen und Karbonlaufrädern ist nicht immer optimal. Die Bremswirkung ist sehr ordentlich, dafür sind die Bremsen laut, hinterlassen deutliche Spuren auf den Flanken und verzögern nicht immer gleichmäßig: Sobald die Beläge leicht abgefahren sind, ergibt es beim Bremsen manchmal ein ruckeliges Gefühl.

Den Rahmen hat Specialized aerodynamisch verbessert, am offensichtlichsten ist das an der abgeflachten Gabel. Das Rad fährt sich agil und vermittelt stets das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben, auch bei hohem Tempo. Kein Wunder, dass das Tarmac schon lange ein Klassiker ist.

Das Einstiegsmodell kostet 1899 Euro, das (getestete) Top-Modell 9999 Euro.

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