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Renault Laguna:Mit einer kleinen Prise Extravaganz

Mit einer zarten Überarbeitung des Laguna will Renault neue Fans gewinnen. Ein schwieriges Unterfangen in der Mittelklasse, wo die Konkurrenz zahlreich ist und die Käufer immer mehr zu kleineren Autos abwandern. Kann der Franzose mit frischem Charme wieder überzeugen?

Einst war die Mittelklasse eine Domäne französischer Autobauer. Man erinnere sich noch an erfolgreiche Modelle wie den 504 von Peugeot, die DS von Citroën, die "Göttin" oder den Renault 12, beziehungsweise den Nachfolger R18. Diese Autos waren etablierte Modelle mit festem Kundenstamm.

Renault Laguna

Behutsamst überarbeitet

Heute spielen Renault, Peugeot und Citroën, zumindest auf dem deutschen Markt, höchstens noch eine Nebenrolle. Besonders schwer tat sich in jüngster Zeit der Renault Laguna. Der französische Mittelständler muss sich gegen die neu aufgelegte Konkurrenz in Form eines Opel Insignia oder eines Ford Mondeo verteidigen. Hinzu kommt seit diesem Frühjahr auch noch aus der eigenen Heimat der 508 von Peugeot.

Viel Feind, viel Ehr'? Eher weniger, denn im vergangenen Jahr schaffte es der Laguna in Deutschland auf nicht mal mehr 5000 Zulassungen. Ein dezentes Facelift zeigte Renault im letzten Herbst auf dem Pariser Autosalon. Diese Überarbeitung stand aber im Schatten des neuen Spitzenmodells Latitude und den gefühlten 30 Elektrofahrzeugen, die der französische Hersteller bei seinem Heimspiel an der Seine den Besuchern des Autosalons zeigte.

Dabei ist der Laguna ganz konkret beim Händler zu haben. Sein größerer Bruder, der Latitude, hingegen gibt es nur als Leasing-Fahrzeug und die ganzen schicken Elektroautos sucht man im Autohaus bisher noch vergebens. Ob das behutsame Facelift allerdings ausreicht, um den Laguna fit für den zweiten Lebenszyklus zu machen?

Zunächst stellt sich die Frage: Was ist denn wirklich neu? Die Unterschiede zum Vorgänger werden wohl nur Kennern auffallen. Die Frontpartie hat größere Lufteinlasse bekommen, die gleichzeitig deutlich tiefer sitzen und dem Wagen so eine Art Staubsaugeroptik verleihen: gut für den dynamischen Gesamteindruck, der auch am Heck durch neue Leuchten unterstützt wird. Beim Aussehen hat der Laguna also zugelegt: Sein Äußeres wurde sportlicher.

Also nichts wie hinein in den Franzosen. Da kommt allerdings etwas Ernüchterung auf, denn man findet zwar viel Bekanntes, aber nur wenig Neues. Das Interieur zeigt viel Mégane und hebt sich nur wenig vom kleineren Bruder ab. Das ist zwar nicht ganz verkehrt, denn die Verarbeitung ist tadellos und die Materialien sind in Ordnung - aber etwas mehr Eigenständigkeit wäre schön gewesen.

Negativ fällt aber das sehr kleine Display des Navigationssystems auf, das zudem auch noch verhältnismäßig weit weg vom Cockpit platziert ist. Dafür geht die Bedienung mit dem auf der Mittelkonsole platzierten Drehknopf leicht von der Hand. Auch sonst lässt sich in der Praxis an der Bedienung wenig aussetzen.

Dass Komfort immer noch eine Tugend bei französischen Automobilen ist, lässt sich an den Sitzen feststellen. Breit und bequem sind die und laden zur gemütlichen Langstreckenfahrt geradezu ein. Dafür fehlt es ihnen etwas an Seitenführung, was sich auf den ersten Kilometern Stadtfahrt gleich bemerkbar macht. Denn mit seiner aktiven Lenkung - bis 60 km/h lenken die Hinterräder mit - geht es mit dem Laguna recht flott um die Ecken.

Renault Laguna Coupé

So schön kann ein Laguna sein