Rallye als Hilfsprojekt:300 000 Euro für wohltätige Zwecke

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Rallye als Hilfsprojekt: Die Route der diesjährigen Rallye "Allgäu-Orient".

Die Route der diesjährigen Rallye "Allgäu-Orient".

Es geht nämlich nicht nur darum, mehr oder weniger rasend Spaß zu haben, sondern dabei auch noch Gutes zu tun: Die Autos sind vollgepackt mit Hilfsgütern, die unterwegs und am Ziel verteilt werden. Das "Team 21" zum Beispiel unterstützt eine Blindenschule im jordanischen Irbid, im Gepäck sind Brillen, Schulsachen, Spielzeug. Am Ende bleiben auch die Autos zum Versteigern oder Ausschlachten in Jordanien. Insgesamt, so schätzt Gerhard Zickgraf, kommen bei der Rallye 300 000 Euro für wohltätige Zwecke zusammen.

Die Teams sind durchweg bunt gewürfelt: Alte und Junge, Männer und Frauen, Tätowierte und sogar gar nicht Tätowierte. Manche schweißt das Testosteron zusammen, manche die Liebe. Ein Paar auf Hochzeitsreise ist dabei, doch es soll auch andere geben, die das alles nicht ganz so romantisch erleben und sich eine Art Beziehungs-Kolbenfresser einhandeln. Doch insgesamt ist die Stimmung prächtig, auch an diesem Abend im Fahrerlager am Kalia Beach, am Tiefpunkt der Reise. Schließlich liegt das Tote Meer mehr als 400 Meter unter Normalnull.

16 Länder in drei Wochen

Die rothäutigen Tagestouristen sind längst mit ihren Reisebussen verschwunden, und mittlerweile sind auch die Teams eingetroffen, deren schwächstes Glied am Abschleppseil hängt. Der Parkplatz gehört nun exklusiv den Rallye-Teilnehmern, die ihre Zelte aufbauen, in Kochtöpfen herumrühren oder in Motoren herumschrauben.

Nach einer Etappe, die von Jerusalem über Bethlehem inklusive israelischer Militär-Checkpoints zum Toten Meer führte, gönnen sich die Mitglieder des "Teams 21" das erste Bier und ziehen Bilanz.

16 Länder in drei Wochen haben sie gesehen, wenn sie das Ziel in Jordanien erreichen. In Mostar haben sie die alte, steinerne Brücke angesteuert, in Istanbul vor der blauen Moschee geparkt, und außerdem unterwegs ziemlich viele Werkstätten und noch mehr nette Menschen kennengelernt. Nach einer Fahrt quer durch die Türkei wurden die Autos per Fähre nach Israel gebracht.

"Jeden Tag gab es ein Highlight"

Die alte Syrien-Route über Homs und Aleppo ist derzeit unbefahrbar wegen des Bürgerkriegs. Gefährlich wurde es bei ihnen höchstens mal, als ihnen in Albanien auf enger Strecke ein Lastwagen entgegenbretterte oder als kurz vor dem Kosovo die Kühe auf der Straße standen, unbeleuchtet in der Dämmerung. "Aber jeden Tag gab es ein Highlight", sagt Veronika Dietzinger. "Du gehst durch hundert Türen", meint Gerhard Zickgraf.

Eine Grenze liegt noch vor ihnen, über den Jordan geht es am nächsten Tag ins Zielland. "Von mir aus könnte das jetzt auch noch Wochen so weitergehen", sagt Alexander Grieb, und auch von den andern will noch keiner ans Ende der Reise und an die Trennung denken - nicht zuletzt an die Trennung von den Autos. "Das wird ein sehr emotionaler Moment", sagen sie. Und selbst das Kamel wäre da wohl kein adäquater Ersatz. Denn auch das bleibt am Ende in Jordanien und wird gespendet.

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