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Präsentation der neuen S-Klasse:In der coolsten Garage Deutschlands

Weltpremiere neue S-Klasse von Daimler

Daimler-Chef Dieter Zetsche steht neben der neuen S-Klasse von Mercedes.

(Foto: dpa)

Im Airbus-Auslieferungszentrum für den Superflieger "A380" präsentiert Mercedes die neue S-Klasse. Vordergründig ist es eine große Show, aber in Wirklichkeit geht es um den angekratzten Ruf und die Glaubwürdigkeit des Autobauers.

Es gibt ein klares Indiz, dass ein Partyveranstalter sehr stolz ist auf das Fest, das er feiert: wenn er besonders viel über all den Aufwand und die Vorbereitungen berichtet. So wie Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche an diesem Abend. Das freudige Gefühl vor diesem Termin, erzählt Zetsche, kennt er nur von früher, "beim Warten aufs Christkind". Da wird auch den autofremden Gästen klar, dass hier eine ganz große Sause im Gange ist.

Der Stuttgarter Autokonzern Daimler hat nach Hamburg geladen, zur Vorstellung der neuen S-Klasse. Aber weil es die oberste Kategorie der auch sonst nicht billigen Fahrzeugpalette ist, reicht nicht das örtliche Autohaus zur Vorstellung - man kommt im Auslieferungszentrum des Airbus A380 zusammen. Zur "coolsten Garage" der Republik haben sie die Halle in Hamburg-Finkenwerder umgebaut.

Veuve Clicquot wird ausgeschenkt, die Hamburger Philharmoniker und die Sängerin Alicia Keys musizieren, die weniger prominenten Gäste fotografieren die bekannteren Gäste, Franz Beckenbauer und Niki Lauda etwa, und bald dann die neue Mercedes-S-Klasse, bei Kennern Baureihe 222 genannt. Im Hintergrund ein großer Airbus, dann rollen die weißen Wagen an, pompös, auch wenn sich die Autos gar nicht so sehr verändert haben im Vergleich zur Vorgängergeneration. Es soll alles ordentlich glänzen - das wird auch Zeit angesichts des ganzen Trubels im Konzern.

Kameras, Radarsensoren und Ultraschallsignalgeber

Luxuslimousine von Mercedes

Zetsche zeigt die neue S-Klasse

"Hier treffen sich heute zwei Ikonen des Reisens, zwei weltweite Exportschlager, zwei absolute Technologieführer", schwärmt Zetsche über die Wagen und Flugzeuge. Er muss so reden - es geht um viel: "Dieses Auto ist für Mercedes-Benz, was der Hafen für Hamburg ist, die Mona Lisa für Leonardo da Vinci und ,Satisfaction' für die Rolling Stones: das wichtigste Symbol für den Ruf des Ganzen", sagt Zetsche. Es sei das beste Auto der Welt, das nun noch besser geworden sei: "Das Auto verbraucht deutlich weniger ,Sprit' als Keith Richards zu seinen besten Zeiten." Böser, freilich völlig unbescheidener und arg auswendig gelernter Managerhumor.

Im Überschwang und angesichts der Elb-Schiffe vor dem Partyareal haben die Daimler-Leute gleich so ziemlich alle Fortbewegungstechniken vermengt: "Zum Stapellauf unseres neuen Flaggschiffs" ist geladen. Daimler bietet Mobilität zu Erde, Wasser und Luft soll das wohl bedeuten.

Wobei zumindest der Vergleich mit dem Flugzeug so falsch nicht zu sein scheint. In der Luft gibt es schon lange Autopiloten, und die S-Klasse dürfte nah dran sein: Kameras, Radarsensoren und Ultraschallsignalgeber sind montiert worden, das Auto habe Augen und Ohren bekommen, erzählen die Daimler-Ingenieure. Bas Plus, Distronic Plus oder Presafe Plus: Mit den schwer auszusprechenden Technologien will Daimler den Verkehr sicher machen, und zwar nicht nur für die Insassen, sondern auch für die schwachen Verkehrsteilnehmer, die ohne eine mindestens 80.000 Euro teure S-Klasse unterwegs sind. Mit all den Sensoren könnten etwa Fußgänger an Kreuzungen erkannt werden. Ein Viertel aller Unfälle ließe sich so vermeiden, sagen sie bei Daimler. "Das braucht man und das hilft mir", wirbt Ex-Formel-1-Star Niki Lauda, der einzig wirklich lässige Typ an diesem Abend: Mit Jeans ist er gekommen.