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Porsche 911 mit Elektroantrieb:Carrera-Bahn

Eine Verbesserung der Beschleunigung sei möglich, wenn man einen der unteren Gänge wähle. "Freilich geht so ein ausgeprägtes Sprintvermögen zu Lasten der erzielbaren Reichweite", schränkt der Autohersteller ein. Die 96 Lithium-Ionen-Akkus stellen zusammen einen Energievorrat von 51 kWh zur Verfügung. "Dies entspricht dem theoretischen reinen Energie-Inhalt von fünf Litern Benzin und kennzeichnet den Schwierigkeitsgrad des Speicherns elektrischer Energie", sagen die Ruf-Entwickler. Die Leistungsspirale in der Batterieentwicklung deute aber "steil nach oben". Im Schiebebetrieb wird der Motor zum Generator und erzeugt elektrische Energie, mit der die Batterien gespeist werden.

Der stromernde 911er ist im Gegensatz zum Tesla Roadster ein Versuchsträger. "Der Prototyp der A-Serie hat noch einen signifikanten Abstand zum fertig entwickelten Automobil mit elektrischem Antrieb", betont das Unternehmen Ruf in einer Pressemitteilung. Die Reichweite des E-Ruf Modell A liege bei 250 bis 320 Kilometern. Die Lebensdauer der Akkus gibt Ruf mit 3000 Ladezyklen an - das wäre fast viermal so viel wie beim Tesla Roadster. Während des Betriebs überwacht die Elektronik ständig die Spannung und Temperatur in den Akkuzellen, um eine Überhitzung zu vermeiden.

Die Idee zum Elektro-Porsche sei dem Firmenchef Alois Ruf jun. im Zusammenhang mit seinen drei Wasserkraftwerken gekommen, heißt es aus dem Unternehmen. "Die Jahres-Energiemenge dieser Kraftwerke von 35 Millionen kWh entspricht etwa der Energiemenge, die notwendig wäre, um ein Auto wie den E-Ruf 3500 mal um den Globus fahren zu lassen", schätzt das Unternehmen.

"Das Ganze funktioniert im öffentlichen Netz nach den Verträgen der Energielieferanten für Tag- oder Nachtstrom mit umgerechnet 2,50 bis 5 Euro pro 100 Kilometer", lautet die Rechnung des Autoherstellers.